Brauerei kaufen – Angebote & Nachfolge
Wer eine brauerei kaufen möchte, übernimmt mehr als Sudkessel und Marke: Der Betrieb ist ein Steuerlager mit zollrechtlicher Erlaubnis, ein Lebensmittelhersteller und häufig ein Gastronomiebetrieb in einem. Der Markt ist angespannt: Der Bierabsatz sinkt seit Jahren, die Zahl der Braustätten ging 2025 auf 1.415 zurück [1][2]. Diese Seite ordnet die Lage ein, nennt Kennzahlen, Rechtsfragen, Prüfpunkte und Finanzierungswege. M&A Börse vermittelt nur den Kontakt zwischen Inserent und Interessent, ohne Provision und ohne Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung.
Stand: Oktober 2026
Aktuelle Angebote: Brauerei
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Situation: Brauerei, Hausbrauerei und Brauhaus
Im Alltag stehen mehrere Begriffe nebeneinander. Die Brauerei im engeren Sinn stellt Bier her und liefert es an Handel, Gastronomie und Endkunden. Die Hausbrauerei, auch Gasthausbrauerei oder Brauhaus genannt, braut meist in kleinem Maßstab und schenkt das Bier im eigenen Lokal aus. Mikro- und Craft-Beer-Brauereien sind Brauereien mit kleiner Menge und oft stark markenbasiertem Vertrieb. Wer eine hausbrauerei kaufen will, kauft deshalb in der Regel zugleich einen Gastronomiebetrieb; bei der klassischen Brauerei steht dagegen der Vertrieb über Handel und Getränkefachgroßhandel im Vordergrund.
Zur Marktlage liegen belastbare Zahlen vor. Der Bierabsatz in Deutschland sank von 82,7 Mio. hl im Jahr 2024 auf vorläufig 77,7 Mio. hl im Jahr 2025, der Pro-Kopf-Verbrauch lag bei 84,3 Litern [1]. Die Zahl der Braustätten erreichte 2019 mit 1.552 ihren Höchststand und fiel bis 2025 auf 1.415 [2]. Von diesen erzeugten 821 Betriebe (58 %) höchstens 1.000 hl im Jahr [2]. Hinweis: Die Verbandsstatistik nennt die Zahl der Braustätten, nicht die der verkäuflichen Betriebe. Wie viele Brauereien tatsächlich zum Verkauf stehen, ist nicht belegt. Gegenläufig entwickelt sich alkoholfreies Bier mit 7,5 Mio. hl Ausstoß im Jahr 2025 [1].
Gesucht werden Brauereien aus unterschiedlichen Gründen: Eigentümer ohne Nachfolger in der Familie, Betriebe mit sanierungsbedürftiger Technik oder Gasthausbrauereien, deren Pächter wechseln. Ordnen Sie Ihr Vorhaben im Zusammenhang des Lebensmittelhandwerk betrieb kaufen ein; verwandt sind etwa die Brennerei kaufen, die Frage nach einem Biergarten kaufen oder der Absatzweg über einen Getränkemarkt kaufen.
Worauf Käufer bei einer Brauerei achten
Verbindliche Branchenwerte für Umsatz je Quadratmeter, Rohertragsmarge oder Personalquote veröffentlicht weder der Brauer-Bund noch das Statistische Bundesamt für kleine Betriebe; hier gilt: keine belastbaren Daten. Die Statistik nennt nur Eckdaten großer Betriebe mit mehr als 20 Beschäftigten (Umsatz 2025: 8.678 Mio. €, 27.380 Beschäftigte) [1], die für eine kleine Brauerei wenig aussagen. Prüfen Sie daher die Zahlen des Einzelbetriebs über mehrere Jahre:
- Jahresausstoß in hl: bestimmt Steuersatz, Auslastung und Skalierbarkeit.
- Anteil Fass, Flasche und Ausschank: Margen und Kapitalbindung unterscheiden sich stark.
- Rohertrag nach Rohstoffen und Verpackung: Malz, Hopfen, Energie, Leergut und Etiketten.
- Auslastung der Anlagen: Sudhaus, Gärkeller, Abfüllung; freie Kapazität ist Wachstumspotenzial, aber auch Fixkostenlast.
- Kundenstruktur: Abhängigkeit von wenigen Gastronomen oder einem Handelspartner.
- Personalstruktur: Braumeister, Abfüller, Fahrer; wer hält das Know-how?
- Saisonalität: Absatz schwankt mit Wetter, Festen und Gastronomie.
Preistreiber und Bewertung: Brauerei kaufen Preis
Für den brauerei kaufen preis gibt es keine belastbaren Daten: Verbände und Kammern veröffentlichen keine geprüften Multiplikatoren, und Einzelangebote sind nicht repräsentativ. Wir nennen deshalb bewusst keine Spanne und keinen Faktor; Pauschalangaben ohne Quelle sind mit Misstrauen zu behandeln.
Preistreiber sind in der Praxis: Zustand und Alter der Brau- und Abfülltechnik, Grundstück und Gebäude (oft Eigentum des Inhabers oder getrennt), Markenstärke und Absatzverträge, Rezepturen und Braumeister-Know-how, Auslastung sowie gegebenenfalls ein angeschlossenes Lokal. Ob der Betrieb im Wege eines Asset Deals oder durch Anteilserwerb übergeht, verändert Haftung und Steuer. Eine erste Indikation liefert der Rechner Unternehmenswert berechnen; er ersetzt weder eine Bewertung noch eine Beratung. Immobilien sollten Sie gesondert bewerten lassen.
Branchenrecht und Genehmigungen
Handwerksrecht: Brauer und Mälzer stehen in Anlage B Abschnitt 1 (zulassungsfreie Handwerke) der Handwerksordnung unter Nr. 29 [5]. Ein Meisterbrief ist für den Betrieb deshalb nicht Voraussetzung. Das schließt fachliche Eignung als Prüfpunkt nicht aus.
Biersteuer und Steuerlager: Bier unterliegt der Biersteuer. Eine Brauerei ist nach dem Biersteuergesetz ein Steuerlager, in dem Bier unter Steueraussetzung gebraut und gelagert werden darf [3]. Steuerlagerinhaber benötigen eine Erlaubnis, die auf Antrag unter Widerrufsvorbehalt erteilt wird; vorausgesetzt werden steuerliche Zuverlässigkeit und ordnungsgemäße Buchführung [4]. Die Erlaubnis ist an die Person gebunden: Beim Erwerb ist sie deshalb vor dem Vollzug mit dem Hauptzollamt zu klären. Der Regelsatz beträgt 0,787 Euro je hl und Grad Plato; unabhängige Brauereien mit weniger als 200.000 hl Jahreserzeugung erhalten gestaffelt ermäßigte Sätze, bis hinunter auf 50 % bis 5.000 hl [3]. Ob der Erwerber nach einer Übernahme noch als unabhängig gilt (etwa bei Verbund mit anderen Brauereien), kann den Satz verändern [3].
Lebensmittelrecht: Als Lebensmittelunternehmen unterliegt die Brauerei der amtlichen Überwachung, mit Hygiene- und Rückverfolgbarkeitspflichten. Zusätzlich gilt für untergärige Biere das Reinheitsgebot nach dem Vorläufigen Biergesetz.
Gaststättenrecht: Wer zugleich Getränke und Speisen im Lokal ausschenkt, braucht je nach Bundesland eine gaststättenrechtliche Erlaubnis; im Bundesrecht ist der Ausschank alkoholischer Getränke erlaubnispflichtig [6]. Ein Teil der Länder hat eigene Gaststättengesetze, klären Sie dies bei der örtlichen Behörde.
Prüfung vor der Übernahme
Beginnen Sie mit den Erlaubnissen und dem Zollverfahren, erst danach folgen Zahlen und Technik. Prüfen Sie Eigentum an Grundstück und Gebäude, Pachtverträge für das Lokal, Lieferantenverträge für Rohstoffe und Verpackung, Liefer- und Bezugsverträge mit Gastronomen sowie Altlasten und Brandschutz. Die vollständige Liste steht in der Checkliste unten auf dieser Seite. Lassen Sie rechtliche und steuerliche Fragen von Anwalt und Steuerberater klären; im Verzeichnis für Nachfolgeberater finden Sie Ansprechpartner. Eine Geheimhaltungsvereinbarung vor Herausgabe des Exposés ist üblich; Vorlagen dafür gibt es in der Plattform, sie ersetzen keine Rechtsberatung.
Finanzierung
Für Nachfolger kommt der ERP-Förderkredit Gründung und Nachfolge (077) der KfW in Betracht: Er finanziert unter anderem die Übernahme eines gewerblichen Unternehmens; der Höchstbetrag liegt bei 500.000 Euro pro Antragsteller, mit 10 Jahren Laufzeit bei zwei tilgungsfreien Jahren oder 15 Jahren bei fünf tilgungsfreien Jahren [6]. Der ERP-Gründerkredit – StartGeld bietet bis zu 200.000 Euro, wobei die KfW 80 % des Kreditrisikos übernimmt [7]. Beantragt wird jeweils über die Hausbank. Banken achten bei Brauereien auf die Erlaubnissituation, den Zustand der Anlagen und die Absatzverträge; Sicherheiten bieten Immobilie, Anlagen und Warenlager. Ergänzende Programme der Landesförderbanken und Bürgschaftsbanken erfragen Sie bei Ihrer Bank. Eine erste Belastungsrechnung liefert der Unternehmenskauf Finanzierung Rechner.
Für Käufer und Verkäufer: Übernahme, Verkauf und Nachfolge
Käufer: Wer eine brauerei übernehmen will, sollte klären, wer den Brauprozess künftig verantwortet, und eine Einarbeitung durch den bisherigen Inhaber vertraglich vereinbaren. Gleiches gilt, wenn Sie eine hausbrauerei übernehmen: Hier kommen Pacht, Gastronomiekonzept und Personal hinzu. Aktuelle Inserate finden Sie bei den Angeboten oben; mit einer Firma zu kaufen gesucht-Anzeige machen Sie sich als Interessent sichtbar, und über "Benachrichtigen" erfahren Sie von neuen Inseraten.
Verkäufer: Wer eine brauerei verkaufen will, inseriert anonym; das Exposé erhalten Interessenten erst nach digitaler Geheimhaltungsvereinbarung. Ob Sie eine brauerei zu verkaufen anbieten oder ein Lokal mit Braustätte, legen Sie im Inserat offen, damit passende Interessenten sich melden. Steht kein Nachfolger bereit, ist ein Inserat mit dem Vermerk „brauerei nachfolger gesucht" ein üblicher Weg; ebenso kann eine brauerei abzugeben sein, wenn der Inhaber den Betrieb altersbedingt aufgibt. Planen Sie die Übergabe frühzeitig, denn die Erlaubnis des Zolls und die Einarbeitung brauchen Zeit. Für eine hausbrauerei zu verkaufen gilt entsprechend: Pachtverträge und Lokalkonzession früh klären.
Vorlagen und Inserate sind kein Ersatz für Beratung. M&A Börse vermittelt nur Kontakt.
Kennzahlen, auf die Käufer bei Brauerei achten
| Kennzahl | Warum sie zählt | Orientierung |
|---|---|---|
| Jahresausstoß in hl | Bestimmt Biersteuersatz, Auslastung und Skalierbarkeit der Anlage. | Mehr als die Hälfte der Braustätten (821 von 1.415) erzeugt höchstens 1.000 hl [2] |
| Absatzmix Fass, Flasche, Ausschank | Margen, Leergutbindung und Logistikaufwand unterscheiden sich je Absatzweg. | keine belastbaren Daten |
| Rohertrag nach Rohstoff- und Verpackungskosten | Zeigt, was nach Malz, Hopfen, Energie, Leergut und Etiketten verbleibt. | keine belastbaren Daten |
| Auslastung der Anlagen | Freie Kapazität ist Potenzial, bedeutet aber auch Fixkostenlast. | keine belastbaren Daten |
| Kundenkonzentration | Abhängigkeit von wenigen Gastronomen oder einem Handelspartner erhöht das Risiko. | keine belastbaren Daten |
| Biersteuerbelastung | Hängt von Stammwürze, Menge und Unabhängigkeit der Brauerei ab. | Regelsatz 0,787 € je hl und Grad Plato, gestaffelt ermäßigt bis 50 % [3] |
| Marktentwicklung Absatz | Zeigt das Umfeld, in dem Absatzpläne bestehen müssen. | 2025 vorläufig 77,7 Mio. hl nach 82,7 Mio. hl im Vorjahr [1] |
Preisorientierung und Bewertungsansatz
Für Brauereien gibt es keine belastbaren Branchenmultiplikatoren. Preistreiber sind Zustand der Technik, Immobilie, Marke, Absatzverträge, Braumeister-Know-how und ein angeschlossenes Lokal. Grundstück und Gebäude sollten gesondert bewertet werden. Eine Indikation liefert der Unternehmenswert berechnen-Rechner, sie ersetzt keine Bewertung.
Für Multiplikatoren in dieser Branche gibt es keine belastbaren öffentlichen Daten. Wir zeigen daher keine Spanne an.
Zahlen mit Quellenangabe in eckigen Klammern; Quellen am Seitenende.
Due-Diligence-Checkliste: Brauerei
- Erlaubnis als Steuerlagerinhaber nach BierStG: Inhaber, Gültigkeit, Übertragbarkeit, Abstimmung mit dem Hauptzollamt
- Biersteueranmeldungen und Steuerbescheide der letzten Jahre, Jahreserzeugung und Einstufung als unabhängige Brauerei
- Eigentumsverhältnisse an Grundstück und Gebäude; Pachtvertrag für Lokal oder Brauräume
- Zustand und Alter von Sudhaus, Gär- und Lagertanks, Abfüllung; Wartungs- und Prüfnachweise
- Druckbehälter, Ammoniak- oder Kälteanlagen: Prüfprotokolle und Genehmigungen
- Gaststättenrechtliche Erlaubnis und Konzessionen für ein angeschlossenes Lokal
- Lebensmittelrechtliche Registrierung, HACCP-Konzept, Kontrollberichte der Überwachung
- Rohstoffverträge (Malz, Hopfen), Lieferantenabhängigkeit und Preisbindungen
- Absatzverträge mit Gastronomen und Handel, Bierlieferungsverträge, Laufzeiten und Kündigungsfristen
- Marken-, Etiketten- und Rezepturrechte; Markenschutz
- Leergut- und Pfandbestand, Fassbestand, Kästen und Bilanzierung
- Arbeitsverträge, Rolle des Braumeisters, Tarifbindung, Übergang nach § 613a BGB
- Abwasser- und Immissionsauflagen, Altlasten, Brandschutz
- Entwicklung von Absatz, Rohertrag und Energiekosten über mehrere Jahre
- Versicherungen, offene Streitigkeiten und Produkthaftungsfälle
Kaufgesuche in dieser Branche
Noch keine öffentlichen Kaufgesuche. Inhaber können ihr Unternehmen anonym inserieren und werden mit passenden Käufern abgeglichen.
Häufige Fragen
Brauerei oder Hausbrauerei: Wo liegt der Unterschied?
Eine Brauerei liefert Bier an Handel und Gastronomie; die Hausbrauerei braut meist in kleinerem Maßstab und schenkt im eigenen Lokal aus. Rechtlich sind beide Steuerlager, wenn unter Steueraussetzung gebraut wird [3]; bei der Hausbrauerei kommen Gaststättenrecht und Pacht hinzu.
Brauche ich einen Meisterbrief, um eine Brauerei zu führen?
Welche Erlaubnis braucht der Käufer vom Zoll?
Steuerlagerinhaber brauchen eine Erlaubnis; sie wird auf Antrag unter Widerrufsvorbehalt an Personen erteilt, gegen deren steuerliche Zuverlässigkeit keine Bedenken bestehen [4]. Klären Sie den Fall vor dem Kauf mit dem Hauptzollamt.
Wie hoch ist die Biersteuer für kleine Brauereien?
Der Regelsatz beträgt 0,787 Euro je hl und Grad Plato. Unabhängige Brauereien mit weniger als 200.000 hl Jahreserzeugung zahlen gestaffelt weniger, bis zu 50 % des Satzes bis 5.000 hl [3].
Gibt es Marktdaten zu Brauereien in Deutschland?
Was kostet eine Brauerei?
Dazu gibt es keine belastbaren Daten. Der Preis hängt von Technik, Immobilie, Marke, Absatz und Lokal ab. Eine Indikation ersetzt keine Bewertung durch Fachleute.
Wie finanziere ich den Kauf?
Wie funktioniert die Vermittlung auf M&A Börse?
Inserate sind anonym, das Exposé gibt es nach digitaler Geheimhaltungsvereinbarung. M&A Börse stellt nur den Kontakt her, ohne Provision und ohne Beratung.
Weiterführende Seiten
Weiterführend
Verwandte Branchen
Quellen
- [1] Deutscher Brauer-Bund e. V. (Quellen: Statistisches Bundesamt u. a.): Deutsche Brauwirtschaft in Zahlen (STATIST 2025, Stand 14. April 2026) (abgerufen 2026-10)
- [2] Deutscher Brauer-Bund e. V. (Quelle: Statistisches Bundesamt): Betriebene Braustätten nach Bundesländern und Größenklassen 1995 bis 2025 (abgerufen 2026-10)
- [3] Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de: Biersteuergesetz (BierStG), § 2 Steuertarif und Brauerei (abgerufen 2026-10)
- [4] Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de: Biersteuergesetz (BierStG), § 5 Steuerlagerinhaber (abgerufen 2026-10)
- [5] Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de: Anlage B zur Handwerksordnung (HwO) (abgerufen 2026-10)
- [6] KfW Bankengruppe: Merkblatt Kredit Nr. 077: ERP-Förderkredit Gründung und Nachfolge (abgerufen 2026-10)
- [7] KfW Bankengruppe: ERP-Gründerkredit – StartGeld (067) (abgerufen 2026-10)
- [8] Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de: Gaststättengesetz (GastG), § 2 Erlaubnis (abgerufen 2026-10)