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M&A Börse

Schreinerei & Tischlerei kaufen – Angebote & Nachfolge

Wer eine Schreinerei kaufen möchte, übernimmt ein zulassungspflichtiges Handwerk: Das Tischlerhandwerk steht in Anlage A der Handwerksordnung, der Betrieb braucht also einen Meister oder einen qualifizierten Betriebsleiter [1][2]. Schreinerei und Tischlerei bezeichnen dasselbe Gewerbe, nur regional unterschiedlich. Diese Seite ordnet Begriffe, Kennzahlen, Recht, Prüfpunkte und Finanzierung anhand öffentlicher Quellen ein. M&A Börse stellt nur den Kontakt zwischen Käufern und Verkäufern her; die Plattform vermittelt nicht, erhält keine Provision und berät weder rechtlich noch steuerlich.

Stand: Oktober 2026

Aktuelle Angebote: Schreinerei

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Viele Übergaben laufen diskret. Legen Sie ein anonymes Kaufgesuch an – Verkäufer und Berater können Sie dann direkt über die Plattform kontaktieren.

Situation im Tischlerhandwerk und Begriffe

„Schreiner“ ist vor allem in Süd- und Westdeutschland gebräuchlich, „Tischler“ im Norden und Osten. Rechtlich gibt es nur einen Beruf: Anlage A der Handwerksordnung (HwO) führt unter Nr. 27 den „Tischler“ [1]. Wer eine Tischlerei kaufen will, sucht demnach dasselbe Gewerbe wie jemand, der nach einer Schreinerei fragt. Je nach Betrieb reicht das Spektrum vom Innenausbau mit Möbeln, Küchen, Türen und Treppen über Fenster und Fassadenelemente bis zum Laden- und Messebau.

Zur Größe des Marktes liegen uns aus öffentlich zugänglichen Primärquellen keine geprüften aktuellen Zahlen zu Betriebsbestand und Umsatz vor; wir nennen deshalb keine belastbaren Daten und keine Schätzungen. Aktuelle Zahlen veröffentlichen der Fachverband und der Zentralverband des Deutschen Handwerks. Klar ist die Struktur: Es handelt sich um ein Handwerk mit überwiegend kleinen, inhabergeführten Betrieben, bei denen Kundenbeziehungen und das Know-how des Inhabers eng verknüpft sind. Das macht die Übergabe anspruchsvoll, und viele Inhaber möchten ihre Schreinerei verkaufen, weil kein Nachfolger in der Familie bereitsteht.

Angrenzende Gewerke haben eigene Seiten, etwa Zimmerei kaufen, Fensterbau Firma kaufen oder Malerbetrieb kaufen. Einen Überblick über das gesamte Gewerbe gibt die Seite Handwerksbetrieb kaufen.

Worauf Käufer bei einer Schreinerei achten

Branchenweite Richtwerte für Marge, Materialquote oder Umsatz je Werkstattfläche liegen nach unserer Recherche nicht in belastbarer Form vor. Wir nennen deshalb keine Spannen, sondern die Kennzahlen, die Sie sich vom Verkäufer für mehrere Jahre vorlegen lassen sollten:

  • Umsatz je gewerblichem Mitarbeiter: zeigt Auslastung und Produktivität der Werkstatt und der Montage.
  • Rohertrag nach Material und Fremdleistungen: Holz, Platten und Beschläge sowie zugekaufte Leistungen schwanken je nach Auftragsmix stark.
  • Auftragsbestand und Anteil Stammkunden: Privatkunden, Bauträger, Architekten und Gewerbekunden haben unterschiedliche Zahlungs- und Preisniveaus.
  • Umsatz je m² Werkstattfläche: hilft einzuschätzen, ob Fläche und Maschinen ausgelastet sind oder Reserven bestehen.
  • Personalkostenquote und Altersstruktur: Fachkräfte sind schwer zu ersetzen; viele Abgänge in wenigen Jahren sind ein Risiko.

Die Aussagekraft hängt davon ab, ob Aufträge sauber nach Kalkulation und Nachkalkulation erfasst sind. Fragen Sie nach, wie Angebote kalkuliert und wie Abweichungen ausgewertet werden.

Schreinerei kaufen: Preis, Preistreiber und Bewertung

Zur Frage, was eine Schreinerei kostet, gibt es keine belastbaren Daten: Weder Handwerksorganisationen noch die amtliche Statistik veröffentlichen Kaufpreise oder Multiplikatoren für Tischlereien. Wir nennen deshalb keine Faktoren. Wer zum Thema Schreinerei kaufen und Preis recherchiert, stößt meist auf Einzelangebote ohne nachprüfbare Herleitung; behandeln Sie solche Zahlen mit Vorsicht.

Typische Preistreiber lassen sich dennoch benennen:

  • nachhaltig erzielbarer Gewinn nach Abzug eines angemessenen Geschäftsführergehalts für den Inhaber,
  • Zustand und Alter der Maschinen, etwa CNC-Technik, Plattensäge, Kantenanleimmaschine und Absauganlage,
  • Eigentum oder Miete der Werkstatt und die Laufzeit des Mietvertrags,
  • Abhängigkeit von wenigen Großkunden oder vom Inhaber persönlich,
  • Qualifikation und Bindung der Mitarbeiter, insbesondere eines möglichen Betriebsleiters,
  • offene Gewährleistungsrisiken aus bereits abgenommenen Aufträgen.

Eine erste Orientierung bietet der Rechner zum Thema Unternehmenswert berechnen; er liefert eine Indikation, keine Bewertung. Für eine belastbare Wertermittlung ziehen Sie einen Nachfolgeberater oder Ihre Handwerkskammer hinzu.

Branchenrecht: Meisterpflicht und Betriebsleiter

Zulassungspflichtiges Handwerk

Das Tischlerhandwerk ist in Anlage A Nr. 27 HwO aufgeführt und damit zulassungspflichtig [1]. Eingetragen wird in die Handwerksrolle, wer selbst die Meisterprüfung in diesem oder einem verwandten Handwerk bestanden hat oder einen Betriebsleiter beschäftigt, der die Voraussetzungen erfüllt (§ 7 Abs. 1 und 1a HwO) [2]. Käufer ohne Meisterbrief nutzen daher häufig einen angestellten Betriebsleiter. Fällt dieser aus, muss zügig Ersatz gefunden werden; klären Sie die Details vorab mit der zuständigen Handwerkskammer.

Altgesellenregelung

Gesellen mit langer Berufserfahrung können nach § 7b HwO eine Ausübungsberechtigung erhalten: Voraussetzung sind eine bestandene Gesellenprüfung und mehrjährige Tätigkeit, davon mehrere Jahre in leitender Stellung [3]. Die genauen Fristen und Nachweise prüft die Handwerkskammer.

Tod des Inhabers

Beim Tod des Inhabers dürfen Ehegatte, Lebenspartner und Erben den Betrieb fortführen, müssen aber unverzüglich einen Betriebsleiter bestellen; in Härtefällen kann die Kammer eine Frist setzen (§ 4 Abs. 1 HwO) [4].

Weitere Genehmigungen

Eine allgemeine Konzession wie in Gastronomie oder Apotheke gibt es nicht. Je nach Betrieb können Anlagen (zum Beispiel Lackierkabine oder Absaugung) eigene Genehmigungen oder Prüfungen erfordern; prüfen Sie das vor Ort anhand der vorhandenen Bescheide.

Prüfung der Schreinerei vor dem Kauf

Die Prüfung einer Tischlerei verbindet die üblichen kaufmännischen Punkte mit handwerksspezifischen Risiken. Besonders wichtig sind die Qualifikation des Betriebsleiters, offene Mängelansprüche, der Zustand der Maschinen und die Arbeitsverträge, die nach § 613a BGB regelmäßig auf den Erwerber übergehen [5]. Bei Bauleistungen verjähren Mängelansprüche in der Regel erst nach fünf Jahren ab Abnahme (§ 634a BGB) [6]. Die vollständige Liste steht in den Prüfpunkten auf dieser Seite; das allgemeine Vorgehen erklärt der Ratgeber zur Due Diligence. Ziehen Sie für Vertrag und Steuern einen Rechtsanwalt und Steuerberater hinzu.

Finanzierung: KfW und Förderbanken

Für die Übernahme kommt der ERP-Förderkredit Gründung und Nachfolge (Nr. 077) der KfW in Betracht. Er gilt für die Übernahme eines gewerblichen Unternehmens, sieht Kreditbeträge bis zu 500.000 Euro vor und läuft über 10 oder 15 Jahre; eine Bürgschaftsbank übernimmt die Ausfallgarantie, die Kreditnehmer haften aber persönlich [7]. Der Antrag läuft immer über die Hausbank; aktuelle Konditionen stehen auf kfw.de. Daneben bieten die Förderbanken der Länder und Bürgschaftsbanken eigene Programme. Mit dem Tool Unternehmenskauf Finanzierung Rechner können Sie Kaufpreis, Eigenkapital und Kapitaldienst überschlägig durchspielen.

Schreinerei übernehmen oder abgeben: Hinweise für beide Seiten

Käufer wollen eine Schreinerei übernehmen, wenn sie als Tischlermeister oder Geselle in die Selbstständigkeit gehen oder ihren Betrieb erweitern möchten. Wer eine Tischlerei übernehmen will, sollte früh mit dem Inhaber eine Einarbeitungsphase vereinbaren, in der Kunden, Architekten und Mitarbeiter schrittweise übergeben werden. Beobachten Sie passende Angebote mit der Funktion „Benachrichtigen“ oder veröffentlichen Sie ein Gesuch unter Firma zu kaufen gesucht.

Verkäufer sollten Unterlagen, Maschinenliste und Auftragsbestand früh ordnen. Steht kein Nachfolger bereit und ist die Tischlerei zu verkaufen, lässt sich eine Schreinerei abzugeben anonym inserieren; der Exposé-Zugang folgt erst nach einer digitalen Vertraulichkeitserklärung. Auch eine Schreinerei zu verkaufen ist oft eine Frage des Zeitpunkts. Wer nach dem Motto „Schreinerei Nachfolger gesucht“ vorgeht, erreicht Interessenten zusätzlich über Kammern und das eigene Netzwerk. Wer sein Unternehmen anbieten will, findet den Ablauf unter Unternehmen verkaufen. Mustervorlagen für NDA und Absichtserklärung stellt die Plattform bereit; sie ersetzen keine Rechtsberatung. Zu steuerlichen Folgen eines Verkaufs berät Ihr Steuerberater.

Kennzahlen, auf die Käufer bei Schreinerei achten

KennzahlWarum sie zähltOrientierung
Umsatz je gewerblichem MitarbeiterZeigt Auslastung und Produktivität von Werkstatt und Montage.keine belastbaren Daten
RohertragUmsatz abzüglich Material und Fremdleistungen; zeigt, wie viel für Löhne und Gewinn bleibt.keine belastbaren Daten
AuftragsbestandGibt Auskunft über die Auslastung der kommenden Monate.keine belastbaren Daten
Anteil Stammkunden und GroßkundenHohe Abhängigkeit von einzelnen Kunden erhöht das Übernahmerisiko.keine belastbaren Daten
Umsatz je m² WerkstattflächeHilft einzuschätzen, ob Fläche und Maschinen ausgelastet sind.keine belastbaren Daten
Personalkostenquote und AltersstrukturFachkräfte sind schwer zu ersetzen; Abgänge in wenigen Jahren sind ein Risiko.keine belastbaren Daten
Miet- bzw. ImmobilienkostenWerkstatt und Lager binden Kapital; die Mietvertragslaufzeit beeinflusst die Planbarkeit.keine belastbaren Daten

Preisorientierung und Bewertungsansatz

Für Schreinereien und Tischlereien gibt es keine belastbaren Daten zu Kaufpreisen oder Multiplikatoren. Preistreiber sind der nachhaltige Gewinn nach Inhabergehalt, der Maschinenpark, die Werkstattimmobilie, die Kundenstruktur und die Bindung der Mitarbeiter. Eine individuelle Bewertung, etwa nach dem Ertragswertverfahren, ersetzt pauschale Faktoren.

Für Multiplikatoren in dieser Branche gibt es keine belastbaren öffentlichen Daten. Wir zeigen daher keine Spanne an.

Unternehmenswert berechnen

Zahlen mit Quellenangabe in eckigen Klammern; Quellen am Seitenende.

Due-Diligence-Checkliste: Schreinerei

  • Meisterbrief des Inhabers oder Qualifikation und Vertrag des Betriebsleiters prüfen
  • Eintragung in die Handwerksrolle und Kammerbescheide einsehen
  • Jahresabschlüsse und betriebswirtschaftliche Auswertungen von drei Jahren auswerten
  • Auftragsbestand, Angebote und Nachkalkulationen prüfen
  • Kundenstruktur und Abhängigkeit von Großkunden analysieren
  • Offene Gewährleistungs- und Mängelfälle sowie Reklamationen erfassen
  • Maschinenliste mit Alter, Zustand, Wartung und Eigentumsverhältnissen prüfen
  • Mietvertrag oder Eigentumsverhältnisse der Werkstatt und Laufzeiten klären
  • Arbeitsverträge, Altersstruktur und Ausbildungsverhältnisse prüfen (§ 613a BGB)
  • Genehmigungen und Prüfungen für Lackier- und Absauganlagen einsehen
  • Lieferantenverträge und offene Verbindlichkeiten prüfen
  • Versicherungen und Berufsgenossenschaftsbescheide prüfen
  • Software, Aufmaß- und CAD-Daten sowie Rechte an Konstruktionen klären

Kaufgesuche in dieser Branche

Noch keine öffentlichen Kaufgesuche. Inhaber können ihr Unternehmen anonym inserieren und werden mit passenden Käufern abgeglichen.

Häufige Fragen

Braucht man für eine Schreinerei einen Meisterbrief?

Das Tischlerhandwerk ist zulassungspflichtig (Anlage A Nr. 27 HwO) [1]. Der Inhaber muss aber nicht zwingend selbst Meister sein: Er kann einen qualifizierten Betriebsleiter beschäftigen (§ 7 HwO) [2].

Ist eine Schreinerei dasselbe wie eine Tischlerei?

Ja. Beide Begriffe bezeichnen das Handwerk Tischler nach Anlage A Nr. 27 HwO [1]; die Wortwahl ist regional unterschiedlich.

Kann ich als Geselle ohne Meister eine Schreinerei übernehmen?

Möglich ist die Altgesellenregelung des § 7b HwO mit Gesellenprüfung und mehrjähriger Berufspraxis, davon mehrere Jahre in leitender Stellung [3]. Alternativ kann ein Betriebsleiter angestellt werden. Fragen Sie vorab Ihre Handwerkskammer.

Was passiert, wenn der Inhaber stirbt und die Erben den Betrieb fortführen?

Erben dürfen den Betrieb fortführen, müssen aber unverzüglich einen Betriebsleiter bestellen; in Härtefällen kann die Handwerkskammer eine Frist setzen (§ 4 Abs. 1 HwO) [4].

Gibt es feste Kaufpreise oder Multiplikatoren für Tischlereien?

Keine belastbaren Daten. Es gibt keine öffentliche Statistik zu Kaufpreisen. Verlassen Sie sich auf eine individuelle Bewertung von Ertrag und Substanz.

Was geschieht mit den Mitarbeitern beim Kauf?

Bei einem Betriebsübergang gehen die Arbeitsverhältnisse nach § 613a BGB grundsätzlich auf den Erwerber über [5].

Wie lange haftet ein Schreiner für Mängel?

Bei Bauwerken verjähren Mängelansprüche in der Regel nach fünf Jahren ab Abnahme (§ 634a BGB) [6]. Klären Sie im Kaufvertrag, wer für Altaufträge einsteht.

Welche Förderung gibt es für die Übernahme?

Der ERP-Förderkredit Gründung und Nachfolge der KfW (Nr. 077) bietet bis zu 500.000 Euro mit 10 oder 15 Jahren Laufzeit und Ausfallgarantie einer Bürgschaftsbank [7]. Der Antrag läuft über die Hausbank.

Berät M&A Börse bei Kauf oder Verkauf?

Nein. Die Plattform stellt Kontakte her, vermittelt nicht, erhebt keine Provision und gibt keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung.

Weiterführende Seiten

Quellen

  1. [1] Bundesministerium der Justiz: Anlage A zur Handwerksordnung (abgerufen 2026-10)
  2. [2] Bundesministerium der Justiz: § 7 Handwerksordnung (HwO) (abgerufen 2026-10)
  3. [3] Bundesministerium der Justiz: § 7b Handwerksordnung (HwO), Ausübungsberechtigung (abgerufen 2026-10)
  4. [4] Bundesministerium der Justiz: § 4 Handwerksordnung (HwO) (abgerufen 2026-10)
  5. [5] Bundesministerium der Justiz: § 613a BGB, Rechte und Pflichten bei Betriebsübergang (abgerufen 2026-10)
  6. [6] Bundesministerium der Justiz: § 634a BGB, Verjährung der Mängelansprüche (abgerufen 2026-10)
  7. [7] KfW: Produktinformation 077 ERP-Förderkredit Gründung und Nachfolge (abgerufen 2026-10)