Zimmerei kaufen – Angebote & Nachfolge
Wer eine Zimmerei kaufen möchte, übernimmt ein zulassungspflichtiges Handwerk: Der Betrieb braucht einen Meister oder einen qualifizierten Betriebsleiter [5]. Zugleich ist der Markt klein strukturiert, und der Holzbau gewinnt an Bedeutung. Holzbau Deutschland zählte für 2025 rund 12.000 Zimmereibetriebe mit gut 74.000 tätigen Personen [1]. Diese Seite ordnet Marktlage, Kennzahlen, Recht, Prüfpunkte und Finanzierung anhand öffentlicher Quellen ein. M&A Börse stellt nur den Kontakt zwischen Käufern und Verkäufern her; die Plattform vermittelt nicht, erhält keine Provision und berät weder rechtlich noch steuerlich.
Stand: Oktober 2026
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Situation im Zimmererhandwerk und Begriffe
Nach dem Lagebericht 2026 von Holzbau Deutschland gab es 2025 insgesamt 12.033 Zimmereibetriebe mit 74.957 tätigen Personen [1]. Der Umsatz der Betriebe stieg um 2,9 % auf 10,242 Mrd. Euro [1]. Der Anteil von Holz am Wohnungsneubau erreichte laut demselben Bericht 24,4 % und damit einen neuen Höchstwert [1]. Für Käufer ist das ein Hinweis auf stabile Nachfrage nach Holzbau, Dachstühlen und Aufstockungen; über die Ertragslage einzelner Betriebe sagt es nichts aus.
Im Sprachgebrauch stehen Zimmerei, Zimmerbetrieb, Zimmerer- und Holzbaubetrieb sowie Zimmermannsbetrieb nebeneinander. Wer einen Zimmereibetrieb kaufen will, sollte klären, ob der Schwerpunkt auf Dachstuhl und Dachsanierung, auf Holzrahmen- und Fertigteilbau, auf Treppen und Innenausbau oder auf Sanierung im Bestand liegt. Mit der Dachdeckerei überschneidet sich das Gewerk häufig; verwandte Betriebe finden Sie unter Dachdeckerei kaufen. Einen Überblick über das Handwerk insgesamt gibt die Seite zu handwerksbetrieb kaufen.
Worauf Käufer bei einer Zimmerei achten
Branchenweite Richtwerte für Marge, Materialquote oder Umsatz je Mitarbeiter liegen nach unserer Recherche nicht in belastbarer Form vor. Wir nennen deshalb keine Spannen, sondern die Kennzahlen, die Sie sich vom Verkäufer für mehrere Jahre vorlegen lassen sollten:
- Umsatz je gewerblichem Mitarbeiter: zeigt die Auslastung und Produktivität der Kolonnen.
- Rohertrag nach Material und Subunternehmern: Der Holzanteil und der Zukauf von Leistungen schwanken je nach Auftragsmix.
- Auftragsstruktur: Neubau, Aufstockung, Dachsanierung, Reparatur; Sanierungs- und Kleinaufträge sind meist besser planbar.
- Eigenfertigung: Abbund und Vorfertigung in eigener Halle erhöhen die Wertschöpfung, binden aber Kapital in Maschinen.
- Kundenstruktur: Privatkunden, Bauträger, Architekten, öffentliche Auftraggeber; Abhängigkeit von wenigen Auftraggebern.
- Personal: Altersstruktur, Gesellen, Auszubildende, Fluktuation.
- Auftragsbestand und Saisonalität: Wie weit reichen die Aufträge, wie stark wirken Witterung und Bauzyklus?
Achten Sie außerdem auf den Unternehmerlohn. Bei Inhaberbetrieben ist die Mitarbeit des Inhabers im Ergebnis oft nicht als Kostenposition enthalten und muss vor einer Bewertung herausgerechnet werden.
Zimmerei kaufen: Preis, Preistreiber und Bewertung
Zur Frage, was eine Zimmerei kostet, gibt es keine belastbaren Daten: Weder Handwerksorganisationen noch die amtliche Statistik veröffentlichen Kaufpreise oder Multiplikatoren für Zimmereien. Wir nennen deshalb keine Faktoren. Wer zu einem Zimmerei-Kaufpreis recherchiert, stößt meist auf Einzelangebote ohne nachprüfbare Herleitung; behandeln Sie solche Zahlen mit Vorsicht.
Typische Preistreiber lassen sich dennoch benennen:
- nachhaltig erzielbarer Gewinn nach Abzug eines angemessenen Geschäftsführergehalts,
- Qualifikation und Bindung der Gesellen und des Betriebsleiters,
- Zustand und Alter von Abbundanlage, Kran, Fahrzeugen und Gerüsten,
- Eigentum oder Miete von Werkstatt, Halle und Lagerplatz,
- offene Gewährleistungsrisiken aus früheren Bauvorhaben,
- Anteil wiederkehrender Kunden und Empfehlungsgeschäft.
Bei Betrieben mit überschaubarem Substanzwert und starker Inhaberbindung spielt der Ertragswert eine Rolle, verbunden mit einem Abschlag für das Übergaberisiko. Eine erste, ausdrücklich unverbindliche Indikation liefert das Tool Unternehmenswert berechnen; die Unternehmensbewertung im Ratgeber erläutert die Verfahren. Eine Bewertung durch einen Steuerberater oder Sachverständigen ersetzt beides nicht.
Branchenrecht: Meisterpflicht und Betriebsleiter
Zulassungspflichtiges Handwerk
Das Zimmererhandwerk steht als Nr. 3 in Anlage A der Handwerksordnung (HwO) und ist damit zulassungspflichtig [5]. In die Handwerksrolle wird als Inhaber eingetragen, wer selbst die Voraussetzungen erfüllt oder einen Betriebsleiter beschäftigt, der sie erfüllt (§ 7 Abs. 1 HwO); die Meisterprüfung begründet die Eintragung [3]. Für Käufer ohne Meisterbrief ist der Betriebsleiter daher der übliche Weg. Fällt der Betriebsleiter aus, muss unverzüglich ein neuer eingesetzt werden (§ 4 Abs. 2 HwO) [2].
Weitere Wege
- Altgesellenregelung (§ 7b HwO): Eine Ausübungsberechtigung erhält, wer die Gesellenprüfung bestanden hat und insgesamt sechs Jahre im Handwerk tätig war, davon vier Jahre in leitender Stellung [4].
- Erbfall (§ 4 Abs. 1 HwO): Ehegatten, Lebenspartner und Erben dürfen den Betrieb nach dem Tod des Inhabers fortführen, müssen aber unverzüglich einen Betriebsleiter bestellen [2].
Die Einzelheiten beschreibt der Ratgeber zur Meisterpflicht Betriebsübernahme. Stimmen Sie die Eintragung vor dem Kauf mit der zuständigen Handwerkskammer ab.
Tarif, Sozialkasse und Gewährleistung
Zimmereien gehören zum Baugewerbe. Ob der Betrieb einem Bautarifvertrag und dem Sozialkassenverfahren unterliegt, hängt von Tätigkeit und Betriebsstruktur ab; lassen Sie sich Meldungen und Beitragsbescheide zeigen und klären Sie dies im Zweifel vorab mit einem Fachanwalt. Gewährleistungsansprüche bei Bauwerken verjähren grundsätzlich in fünf Jahren ab Abnahme (§ 634a Abs. 1 Nr. 2 BGB) [7]. Bei einem Kauf einzelner Wirtschaftsgüter hängt die Haftung für Altlasten von der Vertragsgestaltung ab; bei einem Anteilskauf bleibt die Gesellschaft Schuldnerin.
Prüfung des Betriebs vor dem Kauf
Die Prüfung einer Zimmerei verbindet die üblichen kaufmännischen Punkte mit handwerksspezifischen Risiken. Besonders wichtig sind die Qualifikation des Betriebsleiters, offene Gewährleistungsfälle, der Zustand der Maschinen und die Arbeitsverträge, die nach § 613a BGB regelmäßig auf den Erwerber übergehen [8]. Die vollständige Liste steht in den Prüfpunkten auf dieser Seite; das allgemeine Vorgehen erklärt der Ratgeber zur Due Diligence. Ziehen Sie für Vertrag und Steuern Fachleute hinzu; Berater finden Sie im Verzeichnis für Nachfolgeberater.
Finanzierung: KfW und Förderbanken
Für die Übernahme kommt der ERP-Förderkredit Gründung und Nachfolge (Nr. 077) der KfW in Betracht. Er gilt für die Übernahme eines gewerblichen Unternehmens, sieht Kreditbeträge bis zu 500.000 Euro vor und läuft über 10 oder 15 Jahre; eine Bürgschaftsbank übernimmt die 100-prozentige Ausfallgarantie, die Kreditnehmer haften aber persönlich [6]. Der Antrag läuft immer über die Hausbank; aktuelle Konditionen stehen auf kfw.de. Daneben bieten die Förderbanken der Länder und Bürgschaftsbanken eigene Programme. Mit dem Tool Unternehmenskauf Finanzierung Rechner können Sie die monatliche Belastung grob abschätzen.
Zimmerei übernehmen oder abgeben: Hinweise für beide Seiten
Käufer wollen eine Zimmerei übernehmen, wenn sie als Zimmerermeister oder Geselle den Schritt in die Selbstständigkeit gehen oder ihren Betrieb erweitern möchten. Wer einen Zimmereibetrieb übernehmen will, sollte früh mit dem Inhaber eine Einarbeitungsphase vereinbaren, in der Kunden, Architekten und Mitarbeiter schrittweise übergeben werden. Beobachten Sie passende Angebote mit der Funktion „Benachrichtigen“ oder veröffentlichen Sie ein Gesuch unter Firma zu kaufen gesucht.
Verkäufer sollten ihre Zimmerei verkaufen, solange Auftragslage und Team stabil sind. Wenn eine Zimmerei abzugeben ist und kein Familiennachfolger bereitsteht, lohnt die frühzeitige Suche nach einem Meister oder Betriebsleiter. Wer als Inhaber einen Nachfolger sucht, kann bei M&A Börse anonym inserieren; ein Exposé erhalten Interessenten erst nach digitaler Verschwiegenheitserklärung. Eine Zimmerei zu verkaufen oder einen Zimmereibetrieb zu verkaufen, ist über unternehmen verkaufen möglich. Eine Formulierung wie „Zimmerei Nachfolger gesucht“ im Titel hilft Interessenten bei der Suche. Als verwandte Gewerke kommen Schreinerei kaufen und Gerüstbau Firma kaufen infrage.
Kennzahlen, auf die Käufer bei Zimmerei achten
| Kennzahl | Warum sie zählt | Orientierung |
|---|---|---|
| Rohertrag | Zeigt, was nach Material und Fremdleistungen übrig bleibt; Schwankungen deuten auf Kalkulationsprobleme hin. | keine belastbaren Daten |
| Umsatz je gewerblichem Mitarbeiter | Misst die Produktivität der Kolonnen und ob die Kapazität ausgelastet ist. | keine belastbaren Daten |
| Materialquote (Holz und Zukauf) | Holzpreise und Zukaufleistungen beeinflussen die Marge stark. | keine belastbaren Daten |
| Anteil Sanierung und Reparatur | Wiederkehrende Aufträge sind planbarer als Neubauprojekte. | keine belastbaren Daten |
| Kundenkonzentration | Abhängigkeit von wenigen Bauträgern oder Architekten erhöht das Übergaberisiko. | keine belastbaren Daten |
| Auftragsbestand | Zeigt die Auslastung der kommenden Monate und die Saisonabhängigkeit. | keine belastbaren Daten |
Preisorientierung und Bewertungsansatz
Für Zimmereibetriebe liegen keine belastbaren Daten zu Kaufpreisen oder Multiplikatoren vor. Bewertet wird individuell nach Ertragskraft, Substanz und Übergaberisiko.
Für Multiplikatoren in dieser Branche gibt es keine belastbaren öffentlichen Daten. Wir zeigen daher keine Spanne an.
Zahlen mit Quellenangabe in eckigen Klammern; Quellen am Seitenende.
Due-Diligence-Checkliste: Zimmerei
- Handwerksrolleneintrag und Qualifikation von Inhaber oder Betriebsleiter prüfen, inklusive Arbeitsvertrag und Arbeitszeit des Betriebsleiters
- Tarifbindung und Meldungen zum Sozialkassenverfahren des Baugewerbes der letzten Jahre prüfen
- Offene Gewährleistungsfälle und Reklamationen der letzten fünf Jahre auflisten
- Auftragsbestand, Angebote und Rahmenverträge mit Bauträgern prüfen
- Umsatz, Rohertrag und Ergebnis der letzten drei Jahre um Unternehmerlohn bereinigen
- Altersstruktur, Qualifikation und Verträge der Mitarbeiter prüfen (Übergang nach § 613a BGB)
- Berufsgenossenschaftsbeitrag, Unfallgeschehen und Arbeitsschutz dokumentiert
- Abbundanlage, Kran, Fuhrpark, Gerüste und Absturzsicherung inklusive Prüfnachweise
- Betriebshaftpflicht- und Versicherungsschutz mit Schadenhistorie
- Mietvertrag oder Eigentum für Werkstatt, Halle und Lagerplatz
- Holzlager, Lieferantenverträge und offene Verbindlichkeiten
- Offene Forderungen, Bürgschaften und Gewährleistungseinbehalte
- Subunternehmerverhältnisse und Scheinselbstständigkeit prüfen
- Steuerliche Außenprüfungen, Umsatzsteuer und Lohnsteuer
Kaufgesuche in dieser Branche
Noch keine öffentlichen Kaufgesuche. Inhaber können ihr Unternehmen anonym inserieren und werden mit passenden Käufern abgeglichen.
Häufige Fragen
Braucht man für eine Zimmerei einen Meisterbrief?
Kann ich als Geselle ohne Meister eine Zimmerei übernehmen?
Möglich ist die Altgesellenregelung des § 7b HwO: Gesellenprüfung, sechs Jahre Berufstätigkeit, davon vier in leitender Stellung [4]. Alternativ kann ein Betriebsleiter angestellt werden. Fragen Sie vorab Ihre Handwerkskammer.
Was passiert, wenn der Inhaber stirbt und die Erben den Betrieb fortführen?
Ehegatte, Lebenspartner und Erben dürfen den Betrieb fortführen, müssen aber unverzüglich einen Betriebsleiter bestellen; in Härtefällen kann die Handwerkskammer eine Frist setzen (§ 4 Abs. 1 HwO) [2].
Gibt es feste Kaufpreise oder Multiplikatoren für Zimmereien?
Keine belastbaren Daten. Es gibt keine öffentliche Statistik zu Kaufpreisen. Verlassen Sie sich auf eine individuelle Bewertung von Ertrag und Substanz.
Wie viele Zimmereibetriebe gibt es in Deutschland?
Holzbau Deutschland nennt für 2025 insgesamt 12.033 Betriebe mit 74.957 tätigen Personen [1].
Wie entwickelt sich der Markt für Holzbau?
Der Umsatz der Zimmereibetriebe stieg 2025 um 2,9 % auf 10,242 Mrd. Euro; der Holzanteil im Wohnungsneubau lag bei 24,4 % [1].
Wie lange haftet eine Zimmerei für Mängel?
Bei Bauwerken verjähren Mängelansprüche in der Regel nach fünf Jahren ab Abnahme (§ 634a BGB) [7]. Klären Sie im Kaufvertrag, wer für Altaufträge einsteht.
Was geschieht mit den Mitarbeitern beim Kauf?
Bei einem Betriebsübergang gehen die Arbeitsverhältnisse nach § 613a BGB grundsätzlich auf den Erwerber über [8].
Welche Förderung gibt es für die Übernahme?
Der ERP-Förderkredit Gründung und Nachfolge der KfW (Nr. 077) bietet bis zu 500.000 Euro mit 10 oder 15 Jahren Laufzeit und Ausfallgarantie einer Bürgschaftsbank [6]. Der Antrag läuft über die Hausbank.
Berät M&A Börse bei Kauf oder Verkauf?
Nein. Die Plattform stellt Kontakte her, vermittelt nicht, erhebt keine Provision und gibt keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung.
Weiterführende Seiten
Weiterführend
Verwandte Branchen
Quellen
- [1] Holzbau Deutschland: Lagebericht Zimmerer/Holzbau 2026: Positive Impulse für Umsatz und Geschäftsentwicklung (Stand 06.07.2026) (abgerufen 2026-10)
- [2] Bundesministerium der Justiz: § 4 Handwerksordnung (HwO) (abgerufen 2026-10)
- [3] Bundesministerium der Justiz: § 7 Handwerksordnung (HwO) (abgerufen 2026-10)
- [4] Bundesministerium der Justiz: § 7b Handwerksordnung (HwO), Ausübungsberechtigung (abgerufen 2026-10)
- [5] Bundesministerium der Justiz: Anlage A zur Handwerksordnung (abgerufen 2026-10)
- [6] KfW: Produktinformation 077 ERP-Förderkredit Gründung und Nachfolge (abgerufen 2026-10)
- [7] Bundesministerium der Justiz: § 634a BGB, Verjährung der Mängelansprüche (abgerufen 2026-10)
- [8] Bundesministerium der Justiz: § 613a BGB, Rechte und Pflichten bei Betriebsübergang (abgerufen 2026-10)