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M&A Börse

Apotheke kaufen – Angebote & Nachfolge

Wer eine Apotheke kaufen möchte, erwirbt kein gewöhnliches Ladengeschäft, sondern einen Betrieb im regulierten Heilberufsumfeld. Betreiben darf ihn nur ein approbierter Apotheker, der eine persönliche Betriebserlaubnis benötigt. Die Zahl der Apotheken sinkt seit Jahren, zuletzt auf 16.488 zum 30. Juni 2026 [1]. Diese Seite fasst Rechtslage, Kennzahlen, Preisorientierung und Finanzierung zusammen. M&A Börse vermittelt nur den Kontakt zwischen Inserenten und Interessenten, ohne Maklertätigkeit, Provision oder Rechts- und Steuerberatung.

Stand: Oktober 2026

Aktuelle Angebote: Apotheke

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Viele Übergaben laufen diskret. Legen Sie ein anonymes Kaufgesuch an – Verkäufer und Berater können Sie dann direkt über die Plattform kontaktieren.

Lage am Markt: Apotheken zwischen Rückgang und Reform

Ende des ersten Halbjahres 2026 gab es 16.488 Apotheken, davon 12.016 Haupt- und Einzelapotheken und 4.472 Filialapotheken [1]. Das ist ein Rückgang um 113 Betriebsstätten seit Jahresbeginn [1]. Für Käufer heißt das: Das Angebot an übernehmbaren Betrieben ist begrenzt, und viele Inhaber suchen Nachfolger, weil sich Personal, Bürokratie und Wirtschaftlichkeit verändert haben.

Die Rahmenbedingungen werden gerade neu gesetzt. Der Bundestag hat das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) am 22. Mai 2026 beschlossen, der Bundesrat hat es am 12. Juni 2026 gebilligt [6][8]. Das Packungsfixum für verschreibungspflichtige Arzneimittel steigt nach der Änderung der Arzneimittelpreisverordnung von 8,35 € auf 9,00 € ab 1. Juli 2026 und auf 9,50 € ab 1. Januar 2027 [7]. Wie stark sich das auf einzelne Betriebe auswirkt, hängt von Packungszahl und Kostenstruktur ab. Verlässliche Prognosen dazu liegen nicht vor.

In Anzeigen und Gesprächen tauchen verschiedene Formulierungen auf: Offizin, Vor-Ort-Apotheke, Hauptapotheke, Filiale. Rechtlich entscheidend ist, ob Sie einen Betrieb als Hauptapotheke führen oder als Filiale in einen Verbund einbinden.

Worauf Käufer bei einer Apotheke achten

Die ABDA wertet gemeinsam mit der Treuhand Hannover rund 2.400 testierte Betriebsergebnisse aus [2]. Für 2025 ergibt sich für die durchschnittliche Betriebsstätte ein Nettoumsatz von 4,00 Mio. €, die typische (mittlere) Apotheke liegt bei 3,12 Mio. € [2]. Etwa 62 % der Apotheken liegen unter dem Durchschnittsumsatz [2].

Wareneinsatz und Rohertrag

Der Wareneinsatz stieg bis 2025 auf 80,7 % des Nettoumsatzes [2]. Rechnerisch bleiben davon etwa 19,3 % als Rohertrag. Entscheidend ist der Anteil rezeptpflichtiger Arzneimittel mit festem Fixum gegenüber frei kalkulierbarem Sortiment. Dazu kommen Personalkosten und sonstige Kosten, die zusammen den Rohertrag aufzehren.

Betriebsergebnis

Das steuerliche Betriebsergebnis der durchschnittlichen Betriebsstätte betrug 2025 rund 168.000 € oder 4,2 % des Nettoumsatzes [2]. Die Streuung ist groß: 7 % der Apotheken erzielten ein negatives Ergebnis, 26 % bis 100.000 €, 20 % zwischen 100.000 und 150.000 € und 47 % mehr als 150.000 € [2]. Das Ergebnis ist vor Steuern und vor einem Unternehmerlohn für Sie als Inhaber zu verstehen.

Weitere Punkte, die Sie sich vom Verkäufer belegen lassen sollten: Entwicklung der Rx-Packungszahlen, Retaxationen, Anteil des Versandhandels in der Region, Ärztestruktur im Umfeld, Mietvertrag und Laufzeit, Personalstruktur (Approbierte, PTA) sowie Wettbewerb durch Nachbarapotheken. Belastbare öffentliche Daten zu Umsatz je Quadratmeter Verkaufsfläche gibt es nicht.

Apotheke kaufen: Preis und Bewertung

Der apoBank zufolge zahlten Gründer 2025 im Durchschnitt 461.000 € für die Übernahme einer Apotheke, nach 584.000 € im Vorjahr [3]. Inklusive Warenlager, Investitionen und Betriebsmitteln lag die durchschnittliche Gesamtinvestition bei 673.000 € [3]. Die Spanne ist breit: Jede achte Apotheke wechselte für höchstens 50.000 € den Inhaber, jeder zehnte Gründer zahlte eine Million Euro oder mehr [3]. Für den Kauf einer Verbund-Apotheke (zwei Betriebe) nennt die Bank knapp 1,1 Mio. € [3].

Preistreiber sind nachhaltiger Ertrag, Rx-Anteil und Lage, Mietkonditionen, Personalbindung und die Frage, ob die Apotheke als Hauptapotheke oder als Filiale geführt werden soll. Üblich ist ein Ertragswertansatz auf Basis bereinigter Ergebnisse, in der Regel ergänzt um den Warenlagerwert zum Stichtag. Für Multiplikatoren, die sich öffentlich belegen lassen, gibt es keine belastbaren Daten. Zahlen aus Beratungsblogs sind nicht überprüfbar und werden hier nicht übernommen.

Eine erste Orientierung gibt der Unternehmenswert berechnen-Rechner. Er liefert eine Indikation, keine Bewertung. Allgemeine Grundlagen finden Sie im Ratgeber zur Unternehmensbewertung.

Apothekenrecht: Erlaubnis, Fremdbesitzverbot und Filialen

Die Betriebserlaubnis gilt nur für den Apotheker, dem sie erteilt ist, und für die in der Urkunde bezeichneten Räume (§ 1 Abs. 3 ApoG) [4]. Sie lässt sich deshalb nicht mitverkaufen. Der Kauf betrifft Betriebsvermögen, Warenlager, Kundenstamm und Verträge; Sie benötigen als Käufer eine eigene Erlaubnis.

Voraussetzungen

Nach § 2 Abs. 1 ApoG setzt die Erlaubnis unter anderem die deutsche Approbation, volle Geschäftsfähigkeit, Zuverlässigkeit und den Nachweis der vorgeschriebenen Räume voraus. Außerdem müssen Sie an Eides statt versichern, keine gegen das Gesetz verstoßenden Vereinbarungen getroffen zu haben, und den Kauf- oder Pachtvertrag vorlegen [4].

Fremdbesitzverbot und Mehrbesitz

Wer eine Apotheke und bis zu drei Filialapotheken betreiben will, braucht die Erlaubnis (§ 1 Abs. 2 ApoG) [4]. Mehrere Personen dürfen eine Apotheke nur als GbR oder OHG führen, und alle Gesellschafter benötigen die Erlaubnis. Stille Beteiligungen sowie umsatz- oder gewinnabhängige Darlehens- und Mietvereinbarungen sind unzulässig (§ 8 ApoG) [4]. Verstöße machen die Rechtsgeschäfte nichtig (§ 12 ApoG) [4]. Kapitalgesellschaften und Investoren können daher keine Apotheke erwerben.

Verpachtung und Erbfall

Verpachtet werden darf nur in engen Ausnahmefällen, etwa durch erbberechtigte Kinder bis zur Vollendung des 23. Lebensjahres des jüngsten Kindes (§ 9 ApoG) [4]. Wegen der Reformen im ApoVWG sollten Sie vor dem Kauf prüfen lassen, welche Neuerungen für Filialen und Vertretung gelten [6][8].

Prüfung vor dem Kauf: Zahlen, Verträge, Erlaubnis

Ein Käufer prüft Zahlen, Verträge und Rechtsgrundlagen zusammen. Besonders wichtig sind testierte Betriebsergebnisse über mehrere Jahre, die Warenlagerbewertung, Retaxationen und die Struktur der Verordner im Einzugsgebiet. Die Erlaubnis- und Mietvertragslage entscheidet, ob Sie den Standort fortführen dürfen. Die Prüfliste im Abschnitt weiter unten fasst die wichtigsten Punkte zusammen. Lassen Sie rechtliche und steuerliche Fragen von einem auf Apotheken spezialisierten Rechtsanwalt und Steuerberater klären; M&A Börse berät nicht.

Finanzierung: KfW, Bürgschaftsbank und Hausbank

Für Nachfolgen kommt der KfW-ERP-Förderkredit Gründung und Nachfolge (Kredit 077) infrage. Er bietet bis zu 500.000 € Kreditbetrag, höchstens 35 % der förderfähigen Kosten, Laufzeiten von 10 oder 15 Jahren und eine 100-prozentige Garantie einer Bürgschaftsbank [5]. Gefördert werden Investitionen, Betriebsmittel, Warenlager sowie Übernahme und Beteiligung [5]. Den Antrag stellen Sie über Ihre Hausbank. Aktuelle Konditionen und Zugangsvoraussetzungen prüfen Sie auf kfw.de; zusätzlich bieten die Landesförderbanken eigene Programme.

Bei einem durchschnittlichen Gesamtvolumen von 673.000 € [3] decken Förderkredite nur einen Teil ab; der Rest kommt aus Eigenmitteln und Bankdarlehen. Der Unternehmenskauf Finanzierung Rechner hilft bei einer ersten Gegenüberstellung. Mehr zu Programmen finden Sie unter Förderung Unternehmensnachfolge.

Für Käufer und Verkäufer: Übernehmen und abgeben

Wer eine Apotheke übernehmen will, sollte frühzeitig Kontakt zur Apothekerkammer und zur zuständigen Erlaubnisbehörde aufnehmen und die Finanzierung vorab klären. Auf M&A Börse können Sie nach passenden Inseraten suchen oder über ein Kaufgesuch auf sich aufmerksam machen; die Plattform erlaubt anonyme Inserate, ein Exposé gibt es nach digitaler NDA.

Wenn Sie Ihre Apotheke verkaufen möchten, bereiten Sie testierte Zahlen, Mietvertrag, Personalübersicht und eine nachvollziehbare Preisvorstellung vor. Ein Inserat unter dem Stichwort „Apotheke zu verkaufen“ oder „Apotheke abzugeben“ bleibt auf der Plattform anonym, bis Sie einen Interessenten freigeben. Ein Inserat mit dem Hinweis „Apotheke Nachfolger gesucht“ erreicht nur Interessenten mit Approbation; formulieren Sie das Anforderungsprofil entsprechend. Ähnliche Strukturen in verwandten Branchen finden Sie bei Sanitätshaus kaufen, Optiker kaufen und Arztpraxis kaufen. Einen Überblick über Ladengeschäfte bietet Ladengeschäft kaufen.

Kennzahlen, auf die Käufer bei Apotheke achten

KennzahlWarum sie zähltOrientierung
NettoumsatzZeigt Größe und Skalierbarkeit; die typische Apotheke liegt unter dem Durchschnitt.Durchschnitt 4,00 Mio. €, typische Apotheke 3,12 Mio. € (2025) [2]
WareneinsatzquoteBestimmt den Rohertrag; steigende Quoten drücken die Marge.80,7 % des Nettoumsatzes (2025) [2]
BetriebsergebnisBasis jeder Ertragswertrechnung; vor Steuern und Unternehmerlohn.ca. 168.000 € bzw. 4,2 % des Nettoumsatzes (2025) [2]
Verteilung der BetriebsergebnisseZeigt, wie weit ein Objekt vom Durchschnitt abweicht.7 % negativ, 47 % über 150.000 € (2025) [2]
Rx-Anteil und PackungszahlenFixum-getriebener Ertrag; Reformeffekte hängen von der Packungszahl ab.keine belastbaren Daten
Umsatz je m²Wird bei Apotheken selten ausgewiesen, da der Umsatz kaum flächengetrieben ist.keine belastbaren Daten
Personalkosten und MietquoteGrößte Kostenblöcke neben dem Wareneinsatz; Laufzeit des Mietvertrags beeinflusst den Wert.keine belastbaren Daten

Preisorientierung und Bewertungsansatz

Üblich ist der Ertragswert auf Basis bereinigter Betriebsergebnisse, ergänzt um das Warenlager zum Stichtag. Der durchschnittliche Übernahmepreis lag 2025 bei 461.000 € (Vorjahr 584.000 €) [3]. Preistreiber sind Ertragskraft, Rx-Anteil, Standort, Mietvertrag und Personal. Für belastbare Multiplikatoren gibt es keine verlässlichen öffentlichen Daten.

Für Multiplikatoren in dieser Branche gibt es keine belastbaren öffentlichen Daten. Wir zeigen daher keine Spanne an.

Unternehmenswert berechnen

Zahlen mit Quellenangabe in eckigen Klammern; Quellen am Seitenende.

Due-Diligence-Checkliste: Apotheke

  • Testierte Betriebsergebnisse (BWA, Jahresabschlüsse) der letzten drei Jahre
  • Betriebserlaubnis, Erlaubnisurkunde und bezeichnete Räume prüfen
  • Rx-Packungszahlen und Entwicklung über mehrere Jahre
  • Retaxationen und offene Forderungen gegenüber Kassen und Rechenzentrum
  • Warenlager: Inventurliste, Verfallsdaten, Bewertungsstichtag
  • Mietvertrag: Laufzeit, Optionen, Übertragbarkeit auf den Käufer
  • Arbeitsverträge, Urlaubs- und Überstundenansprüche, Übergang nach § 613a BGB
  • Verordnerstruktur im Umfeld: Arztpraxen, Fachrichtungen, geplante Wechsel
  • Wettbewerb im Einzugsgebiet, Versandhandelsanteil
  • Kaufvertrag auf Verstöße gegen §§ 8, 9 ApoG prüfen (Nichtigkeit nach § 12 ApoG)
  • Verträge mit Lieferanten, Großhandel, Heimversorgung und Rezeptur
  • Zustand von Räumen, Ausstattung, Labor, Kühlkette und EDV
  • Eigene Finanzierungszusage und Gesamtinvestition (Kaufpreis, Lager, Betriebsmittel)

Kaufgesuche in dieser Branche

Noch keine öffentlichen Kaufgesuche. Inhaber können ihr Unternehmen anonym inserieren und werden mit passenden Käufern abgeglichen.

Häufige Fragen

Wer darf eine Apotheke betreiben?

Nur ein Apotheker mit deutscher Approbation und behördlicher Erlaubnis, § 2 Abs. 1 ApoG. Kapitalgesellschaften und Investoren sind ausgeschlossen. Mehrere Personen dürfen nur als GbR oder OHG gemeinsam betreiben [4].

Wie viele Filialen sind erlaubt?

Eine Hauptapotheke und bis zu drei Filialapotheken, § 1 Abs. 2 ApoG [4]. Zum 30. Juni 2026 gab es 12.016 Haupt- und Einzelapotheken sowie 4.472 Filialapotheken [1].

Was kostet eine Apotheke im Durchschnitt?

2025 lag der durchschnittliche Übernahmepreis laut apoBank bei 461.000 €, die Gesamtinvestition bei 673.000 € [3]. Einzelpreise streuen stark, jede achte Apotheke wechselte für höchstens 50.000 € den Eigentümer [3].

Gibt es feste Multiplikatoren für den Verkaufspreis?

Keine belastbaren Daten. Üblich ist ein Ertragswertansatz auf Basis bereinigter Ergebnisse plus Warenlager. Lassen Sie den Wert von einem spezialisierten Berater ermitteln.

Kann die Betriebserlaubnis mitverkauft werden?

Nein. Die Erlaubnis gilt nur für den erteilten Apotheker und die bezeichneten Räume (§ 1 Abs. 3 ApoG) [4]. Der Käufer beantragt eine eigene Erlaubnis.

Welche Förderkredite gibt es für die Nachfolge?

Beispielsweise den KfW-ERP-Förderkredit Gründung und Nachfolge: bis zu 500.000 €, maximal 35 % der förderfähigen Kosten, 10 oder 15 Jahre Laufzeit [5]. Zusätzlich bieten Landesförderbanken Programme; der Antrag läuft über die Hausbank.

Dürfen Erben eine Apotheke weiterführen oder verpachten?

Erbberechtigte Kinder dürfen eine Apotheke nach dem Tod des Inhabers befristet verpachten, bis das jüngste Kind 23 Jahre alt ist; ein überlebender Ehegatte bis zur Wiederheirat (§ 9 ApoG) [4].

Wie wirkt sich die Apothekenreform auf den Kauf aus?

Das ApoVWG wurde am 22. Mai 2026 beschlossen und am 12. Juni 2026 vom Bundesrat gebilligt [6][8]. Das Fixum steigt auf 9,00 € ab Juli 2026 und 9,50 € ab Januar 2027 [7]. Welchen Effekt das auf Ihr Zielobjekt hat, ist einzelfallabhängig.

Weiterführende Seiten

Quellen

  1. [1] ABDA: Nur noch 16.488 Apotheken in Deutschland (abgerufen 2026-10)
  2. [2] ABDA / DAV: Apothekenwirtschaftsbericht 2026, DAV-Wirtschaftsforum, 5. Mai 2026 (abgerufen 2026-10)
  3. [3] apoBank: Apothekengründungen 2025: Kaufpreise geben nach, Frauenanteil sinkt deutlich (abgerufen 2026-10)
  4. [4] Bundesministerium der Justiz / gesetze-im-internet.de: Gesetz über das Apothekenwesen (ApoG), §§ 1, 2, 8, 9, 12 (abgerufen 2026-10)
  5. [5] KfW: 077 ERP-Förderkredit Gründung und Nachfolge (Produktinformation) (abgerufen 2026-10)
  6. [6] Pharmazeutische Zeitung: Bundestag: ApoVWG beschlossen (abgerufen 2026-10)
  7. [7] Pharmazeutische Zeitung: Zweistufige Fixums-Erhöhung: 9,50 Euro ab Januar (abgerufen 2026-10)
  8. [8] Pharma Deutschland: Bundesrat billigt ApoVWG (abgerufen 2026-10)