Zum Inhalt springen
M&A Börse

Landwirtschaft & Garten: Betriebe kaufen & übernehmen

Wer einen Landwirtschaftsbetrieb übernehmen möchte, kauft mehr als einen Betrieb: Flächen, Gebäude, Tierbestände, Pachtverträge und Genehmigungen bilden ein Gefüge, das rechtlich eigenen Regeln folgt. Diese Übersicht ordnet die Betriebsarten der Gruppe Landwirtschaft und Garten, beschreibt die Lage bei der Hofnachfolge, erläutert Genehmigungspflichten und Förderkredite und verweist auf die Detailseiten. Die M&A Börse vermittelt nur den Kontakt zwischen Inserenten und Interessenten; sie erbringt keine Maklerleistung, erhebt keine Provision und gibt keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung.

Stand: Oktober 2026

Alle Branchen dieser Gruppe

Aktuelle Inserate (0)

Aktuell keine öffentlichen Inserate für diese Branchengruppe.

Viele Übergaben laufen diskret. Legen Sie ein anonymes Kaufgesuch an – Verkäufer und Berater können Sie dann direkt über die Plattform kontaktieren.

Marktlage: Strukturwandel und offene Nachfolge

Die Agrarstrukturerhebung zählte 2023 rund 255.000 landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland [1]. Davon hielten etwa 161.700 Nutztiere; gegenüber 2020 sank diese Zahl um rund 4 Prozent, bei Milchviehbetrieben um 14 Prozent auf 46.600 [2]. Der Strukturwandel setzt sich also fort: Weniger Betriebe bewirtschaften größere Einheiten.

Für die Hofnachfolge ist die Altersstruktur entscheidend. Die Landwirtschaftszählung 2020 weist für Einzelunternehmen mit Betriebsinhabern ab 55 Jahren rund 38.200 Betriebe aus, in denen ein Hofnachfolger feststeht [3]. Wie viele Betriebe tatsächlich ohne Nachfolger bleiben, lässt sich aus dieser Tabelle allein nicht beziffern; die Differenz zur Gesamtzahl der Betriebe dieser Altersgruppe ist kein Beleg für eine Betriebsaufgabe, denn Nachfolgeentscheidungen fallen oft erst spät.

Für Interessenten ergibt sich daraus ein Angebot, das überwiegend aus der Familie heraus verteilt wird und nur zum Teil an Externe gelangt. Wer als Quereinsteiger einsteigen will, sollte daher früh Kontakt zu abgebenden Betriebsleitern aufbauen. Über Unternehmen kaufen finden Sie anonyme Inserate; Abgeber nutzen unternehmen verkaufen.

Die Betriebsarten der Gruppe im Überblick

Die Gruppe fasst Betriebe zusammen, die mit Boden, Pflanzen, Tieren oder Wald arbeiten. Sie unterscheiden sich in Kapitalbedarf, Genehmigungslage und Arbeitsrhythmus erheblich.

  • Ackerbau, Grünland und Tierhaltung: Die klassische Hofübernahme mit Eigentums- und Pachtflächen steht auf der Seite landwirtschaftlicher betrieb kaufen.
  • Gartenbau: Produktionsgärtnereien, Zierpflanzen- und Gemüsebau mit Gewächshäusern und Direktvermarktung finden Sie unter gärtnerei kaufen.
  • Waldbesitz und Forst: Eigentum an Waldflächen und forstliche Dienstleistung behandelt forstbetrieb kaufen.
  • Aquakultur: Teichwirtschaft und Anlagen zur Fischhaltung beschreibt fischzucht kaufen.

Wer einen Agrarbetrieb kaufen will, sollte zuerst klären, welche dieser Wirtschaftsformen zu Qualifikation, Kapital und Standortwunsch passt. Ein Zukauf von Flächen ohne Hofstelle ist rechtlich und wirtschaftlich etwas anderes als die Übernahme eines Betriebs samt Gebäuden und Stallplätzen.

Worauf Käufer achten

Die Kennzahlen unterscheiden sich je nach Betriebsart, einige Prüffelder gelten jedoch durchgängig:

  • Flächenausstattung: Eigentum und Pacht getrennt betrachten, Laufzeiten und Kündigungsfristen der Pachtverträge prüfen, Lage und Zuschnitt der Schläge.
  • Gebäude und Technik: Investitionsstau bei Stallgebäuden, Gewächshäusern und Maschinen, genehmigte Tierplätze und Bestandsschutz.
  • Ertragslage: Jahresabschlüsse mehrerer Jahre, Betriebsprämien und Förderbindungen, Abhängigkeit von Einzelkulturen oder Abnehmern.
  • Personal: Familienarbeitskräfte, Saisonkräfte und Altenteilsverpflichtungen, die auf dem Betrieb ruhen.
  • Wasser, Umwelt, Auflagen: Düngerecht, Wasserrechte, Naturschutzauflagen und Emissionsgenehmigungen.

Zur Einordnung einer Kaufpreisvorstellung dient die allgemeine Methodik der Unternehmensbewertung. Mit dem Tool unternehmenswert berechnen erhalten Sie eine Indikation, keine Bewertung. Für Land- und Forstbetriebe mit hohem Flächenanteil weicht der Verkehrswert häufig vom Ertragswert ab; hierzu lässt sich ein Sachverständiger hinzuziehen. Verlässliche Branchenmultiplikatoren für diese Gruppe liegen uns nicht vor: keine belastbaren Daten.

Genehmigungen und Sonderrecht beim Kauf

Der Erwerb land- und forstwirtschaftlicher Grundstücke ist genehmigungspflichtig: Die rechtsgeschäftliche Veräußerung und der zugrunde liegende Vertrag bedürfen nach § 2 Abs. 1 GrdstVG der Genehmigung; die Länder können Freigrenzen bestimmen [4]. Versagt werden darf sie nur unter engen Voraussetzungen, etwa bei ungesunder Verteilung des Grund und Bodens oder unwirtschaftlicher Verkleinerung (§ 9 GrdstVG) [4]. In der Praxis bedeutet das: Wer nicht selbst als Landwirt wirtschaftet, muss mit Rückfragen der Behörde rechnen und mit der Frage, ob ein aufstockungsbedürftiger Landwirt vorrangig zum Zuge kommen sollte.

Hinzu kommt das siedlungsrechtliche Vorkaufsrecht: Bei Kaufverträgen über landwirtschaftliche Grundstücke ab zwei Hektar kann es nach § 4 Reichssiedlungsgesetz bestehen; die Länder dürfen die Grenze anpassen [5]. Planen Sie deshalb Zeit zwischen Beurkundung und Wirksamkeit ein.

In Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein gilt zudem die Höfeordnung. Ein Hof liegt dort vor, wenn eine Besitzung mit geeigneter Hofstelle im Alleineigentum einer natürlichen Person oder von Ehegatten steht und der Grundsteuerwert mindestens 54.000 Euro beträgt [6]. Die Höfeordnung weist den Hof einem Hoferben zu; weichende Erben erhalten eine Abfindung, die sich am Hofeswert von 60 Prozent des Grundsteuerwerts bemisst [6]. Das beeinflusst die Hofnachfolge innerhalb der Familie und kann Ansprüche Dritter an einem Hof begründen, die bei der Prüfung des Betriebs zu klären sind. Für die Gestaltung der Übergabe empfiehlt sich ein auf Agrarrecht spezialisierter Anwalt oder Notar.

Hofnachfolge: Familie, Quereinstieg und Externe

Die Hofnachfolge verläuft häufig als Übergabe an Kinder oder Verwandte, oft gegen Altenteil statt Kaufpreis. Für Externe kommen mehrere Wege in Betracht: ein Kauf, die Pacht mit späterer Kaufoption, eine Hofübernahme mit gestaffelter Übergabe oder der Einstieg als Mitgesellschafter. Welche Konstruktion trägt, hängt von der Rechtsform und der Hofsituation ab; dazu informiert der Ratgeber zur Unternehmensnachfolge.

Bei der Suche helfen anonyme Inserate, die erst nach einer digitalen Geheimhaltungsvereinbarung ein Exposé freigeben, sowie Firma zu kaufen gesucht, wo Interessenten ein Profil hinterlegen. Fachliche Unterstützung bieten Berater, die Sie über das Verzeichnis der Nachfolgeberater finden. Die Plattform vermittelt keinen Abschluss und berät nicht rechtlich oder steuerlich.

Finanzierung und Förderung

Die Landwirtschaftliche Rentenbank vergibt Förderkredite für Land- und Forstwirte, Gärtner und Winzer. Finanziert werden unter anderem der Erwerb von Nutzflächen sowie Unternehmenskäufe und Betriebsübergaben; der Antrag läuft über die Hausbank [7]. Die Rentenbank erhebt nach eigener Angabe keine Bearbeitungsgebühren [7]. Konditionen und Programme ändern sich; prüfen Sie den aktuellen Stand direkt bei der Rentenbank und Ihrer Hausbank. Zu Zuschüssen und Darlehen im Überblick siehe Förderung Unternehmensnachfolge, zur Struktur der Kaufpreisfinanzierung Unternehmenskauf finanzieren. Eine erste Belastungsrechnung ermöglicht der Unternehmenskauf Finanzierung Rechner.

Regionale Unterschiede

Auf den Plattformseiten der Länder finden Sie regionale Ansprechpartner, Landesförderbanken und Kammern. Für Betriebe ist die Region mitentscheidend, weil Höferecht, Genehmigungsbehörden und Bodenmärkte sich unterscheiden. Verlässliche bundesweite Preisvergleiche pro Hektar setzen die Berücksichtigung von Bodenqualität und Lage voraus; wir nennen hier keine Richtwerte.

Häufige Fragen

Wie läuft die Übernahme eines Hofs grundsätzlich ab?

Typisch sind Erstkontakt, Geheimhaltungsvereinbarung, Einsicht in Unterlagen, Absichtserklärung, Prüfung und Beurkundung. Weil Grundstücke betroffen sind, folgt die behördliche Genehmigung nach dem Grundstückverkehrsgesetz [4].

Brauche ich eine landwirtschaftliche Ausbildung?

Das Grundstückverkehrsrecht verlangt keine bestimmte Ausbildung, die Genehmigungsbehörde prüft aber agrarstrukturelle Belange [4]. Fachliche Qualifikation erleichtert Finanzierung und Genehmigung praktisch erheblich; verbindliche Auskünfte erteilt die zuständige Landwirtschaftsbehörde.

Gilt die Höfeordnung überall?

Nein. Sie gilt in Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein [6]. Andere Länder haben eigene Regelungen oder allgemeines Erbrecht.

Kann ein Nichtlandwirt Agrarland kaufen?

Grundsätzlich ja, doch die Genehmigung kann bei ungesunder Bodenverteilung versagt werden, und ein Vorkaufsrecht für Siedlungsunternehmen kann bestehen [4][5].

Gibt es Förderkredite für die Übernahme?

Die Rentenbank finanziert unter anderem den Erwerb von Flächen und Betriebsübergaben über die Hausbank [7]. Die aktuellen Programme sollten Sie dort erfragen.

Was kostet ein Hof?

Dazu gibt es keine pauschale Antwort; Preise hängen von Fläche, Bodenqualität, Gebäuden, Pachtanteil und Region ab. Belastbare Multiplikatoren für die gesamte Gruppe liegen nicht vor.

Verlangt die M&A Börse eine Provision?

Nein. Die Plattform vermittelt nur den Kontakt, berechnet keine Provision und bietet keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung an.

Weiterführende Seiten

Quellen

  1. [1] Statistisches Bundesamt (Destatis): Landwirtschaftliche Betriebe (Betriebe 2023) (abgerufen 2026-10)
  2. [2] Statistisches Bundesamt (Destatis): Agrarstrukturerhebung 2023: Zahl viehhaltender Betriebe zwischen 2020 und 2023 um 4 % gesunken (abgerufen 2026-10)
  3. [3] Statistisches Bundesamt (Destatis), Landwirtschaftszählung 2020: Hofnachfolge in landwirtschaftlichen Betrieben der Rechtsform Einzelunternehmen mit einer/m 55 Jahre und älteren Betriebsinhaber/in (abgerufen 2026-10)
  4. [4] Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de: Grundstückverkehrsgesetz (GrdstVG), §§ 2 und 9 (abgerufen 2026-10)
  5. [5] Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de: Reichssiedlungsgesetz (RSG), § 4 Vorkaufsrecht (abgerufen 2026-10)
  6. [6] Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de: Höfeordnung (HöfeO), §§ 1 und 12 (abgerufen 2026-10)
  7. [7] Landwirtschaftliche Rentenbank: Förderkredite Land- und Forstwirtschaft (abgerufen 2026-10)