Reisebüro kaufen – Angebote & Nachfolge
Wer ein Reisebüro kaufen möchte, übernimmt keinen klassischen Handelsbetrieb, sondern eine Vermittlungsstelle: Das Reisebüro verkauft keine eigenen Reisen, sondern vermittelt Leistungen von Veranstaltern und lebt von deren Provisionen. Der Markt ist überschaubar, denn es gibt rund 8.000 stationäre Reisebüros in Deutschland [1]. Diese Seite ordnet Marktlage, Kennzahlen, Preisorientierung, Rechtsfragen und Finanzierung ein. M&A Börse stellt nur den Kontakt zwischen Inserenten und Interessenten her, ohne Maklertätigkeit, Provision sowie Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung.
Stand: Oktober 2026
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Marktlage und Begriffe: Reisebüro, Reisevermittler, Franchisebetrieb
Nach Angaben des Deutschen Reiseverbands (DRV) gibt es rund 8.000 stationäre Reisebüros und mehrere tausend mobile Reiseberater [1]. Über stationäre Reisebüros wurden 2025 Reisen im Wert von 21,0 Mrd. € gebucht; 31,9 % dieser Umsätze entfielen auf Geschäftsreisen [1]. Für Käufer ist das ein Hinweis auf eine zentrale Frage: Ist ein Büro auf Urlaubs- oder auf Firmenkunden ausgerichtet? Beide Geschäftsmodelle unterscheiden sich bei Kundenbindung, Margen und Personalbedarf.
In Anzeigen und Gesprächen begegnen Ihnen mehrere Begriffe, die sich überschneiden. Rechtlich spricht das Gesetz vom Reisevermittler, der Pauschalreiseverträge vermittelt [4]. Im Alltag unterscheidet man Reisebüro, Reisecenter, Franchise-Filiale, Kettenbetrieb oder mobilen Reiseberater. Entscheidend für den Kauf ist nicht der Name, sondern die Frage, mit welchen Veranstaltern Agenturverträge bestehen und ob diese beim Inhaberwechsel fortgeführt werden.
Belastbare Zahlen zu Altersstruktur der Inhaber oder zur Zahl anstehender Übergaben in dieser Branche liegen nicht vor. Ob ein Reisebüro zu verkaufen ist und einen Käufer findet, hängt meist von Kundenstamm, Standort und Team ab. Steht ein Reisebüro abzugeben im Raum, sollte der Inhaber früh Zahlen ordnen. Einen allgemeinen Marktüberblick für die Gruppe bietet die Seite hotel und pension kaufen.
Worauf Käufer bei einem Reisebüro achten
Ein Reisebüro wird anders gelesen als ein Ladengeschäft. Umsatz pro Quadratmeter spielt kaum eine Rolle, weil die Fläche nicht den Ertrag bestimmt. Maßgeblich ist der vermittelte Reiseumsatz und, was davon als Provision im Unternehmen bleibt.
Provisionsumsatz und Provisionssätze
Veranstalter vergüten Vermittler üblicherweise mit einem Prozentsatz des Reisepreises. Für das Geschäftsjahr 2024/25 meldete das Fachmedium fvw Basisprovisionen von etwa 8 bis 10 % und Spitzensätze von 13 bis 14 % bei hohen Jahresumsätzen, je nach Veranstalter [3]. Prüfen Sie daher, bei welchem Veranstalter welcher Umsatz entsteht und in welcher Staffel das Büro liegt. Provisionsmodelle können sich ändern; ein Stichtag im Kaufvertrag sollte dies berücksichtigen.
Weitere Kennzahlen
- Anteil Geschäftsreisen: meist höhere Kundenbindung, aber Abhängigkeit von wenigen Firmenkunden.
- Stammkundenanteil: Wie viele Buchungen stammen von wiederkehrenden Kunden, wie viele aus Laufkundschaft?
- Personalkosten: Beratung ist personalintensiv; Qualifikation und Verbleib der Mitarbeiter sind Teil des Werts.
- Mietquote: besonders bei Innenstadtlagen relevant, wenn Laufkundschaft abnimmt.
- Servicegebühren: Entgelte für Beratung und Buchung, die zusätzlich zur Provision entstehen.
- Stornoquote und Rückbelastungen: Provisionen können bei Stornierungen zurückgefordert werden.
Saisonalität prägt das Jahr: Zahlungen und Provisionen verteilen sich anders als die Buchungen. Eine monatliche Betrachtung über mindestens drei Jahre zeigt, ob ein Ergebnis stabil ist.
Reisebüro kaufen: Preis, Preistreiber und Bewertung
Zum Thema Reisebüro kaufen Preis gibt es keine amtliche Statistik und keine belastbare Marktdatenbank. Die Datenlage ist daher als keine belastbaren Daten einzustufen. Einzelne Beratungsunternehmen veröffentlichen Faustformeln. Die travel agency accounting GmbH (TAA) nannte 2017 drei vereinfachte Ansätze: das 3,5- bis 5-Fache des EBITDA, 3 bis 7 % des vermittelten Jahresbruttoumsatzes oder 50 bis 70 % der jährlichen Provisionseinnahmen [2]. Der Anbieter weist selbst darauf hin, dass diese Methoden nur grobe Anhaltspunkte sind und eine Bewertung im Ertragswertverfahren von einem Experten begleitet werden sollte [2]. Es handelt sich um eine einzelne, nicht aktuelle Quelle; verwenden Sie die Werte nur als Orientierung für Gespräche, nicht als Preis.
Typische Preistreiber:
- Höhe und Stabilität der Provisionseinnahmen über mehrere Jahre
- Anteil von Stammkunden und Firmenkunden
- Übertragbarkeit der Agenturverträge mit den Veranstaltern
- Abhängigkeit vom Inhaber (persönliche Kundenbeziehungen)
- Standort, Mietvertrag und Restlaufzeit
- Qualifikation und Bindung des Teams
Eine erste, unverbindliche Indikation liefert der Rechner zum Thema unternehmenswert berechnen. Er ersetzt keine Bewertung. Grundlagen zum Vorgehen erläutert der Ratgeber zur unternehmensbewertung. Berücksichtigen Sie, dass ein Teil des Werts an die Person des Inhabers gebunden ist. Ein Kaufpreis wird deshalb häufig gestundet oder teilweise vom späteren Ergebnis abhängig gemacht [10].
Recht und Genehmigungen beim Reisebüro
Meisterpflicht: Das Reisebüro ist kein Handwerk. Eine Meisterpflicht nach der Handwerksordnung besteht nicht. Nach dem DIHK-Infoblatt zum Reiserecht benötigen Reisevermittler eine Gewerbeanmeldung [7]. Klären Sie mit der zuständigen IHK und Gewerbebehörde, ob für Ihr konkretes Geschäftsmodell weitere Anforderungen gelten.
Informationspflichten: Wer Pauschalreisen vermittelt, muss Reisende nach Art. 250 §§ 1 bis 3 EGBGB informieren und trägt dafür die Beweislast [4]. Zahlungen auf den Reisepreis darf der Vermittler unter bestimmten Voraussetzungen annehmen; er gilt dann als vom Veranstalter ermächtigt [4]. Zudem gilt er als bevollmächtigt, Mängelanzeigen entgegenzunehmen, und muss den Veranstalter unverzüglich informieren [4].
Verbundene Reiseleistungen: Wer Reisenden gezielt mehrere getrennte Reiseleistungen vermittelt, kann Vermittler verbundener Reiseleistungen nach § 651w BGB sein und muss Zahlungen absichern [5]. Seit dem 1. November 2021 müssen Anbieter mit mindestens 10 Mio. € Vorjahresumsatz einen Vertrag mit dem Reisesicherungsfonds schließen; kleinere Anbieter können sich ebenfalls dort oder bei einem Versicherer absichern [6]. Prüfen Sie, ob das Büro solche Leistungen anbietet und welche Absicherung besteht.
Die Hinweise ersetzen keine Rechtsberatung. Lassen Sie Verträge und Genehmigungslage von einer Anwältin oder einem Anwalt prüfen.
Prüfung vor dem Kauf: Unterlagen und Verträge
Die Prüfung gliedert sich nach ReiseZukunft in wirtschaftliche, rechtliche und steuerliche Aspekte; dazu zählt die Entwicklung des Umsatzes über mehrere Jahre sowie der Umgang mit Kundendaten nach der DSGVO [10]. Fordern Sie Provisionsabrechnungen je Veranstalter, die Agenturverträge, Buchungslisten nach Reisedatum und die Kündigungsfristen der Mitarbeiter an. Die vollständige Liste finden Sie unten; zum allgemeinen Ablauf informiert der Ratgeber zur due diligence.
Finanzierung der Übernahme
Für die Finanzierung stehen KfW-Programme über Hausbank oder Sparkasse bereit. Der ERP-Gründerkredit – StartGeld (067) ist für Unternehmensnachfolgen verfügbar und bietet bis zu 200.000 €, davon höchstens 80.000 € für Betriebsmittel; die KfW übernimmt 80 % des Kreditrisikos [8]. Der ERP-Förderkredit Gründung und Nachfolge (077) umfasst bis zu 500.000 € je Antragsteller und fördert die Übernahme eines gewerblichen Unternehmens oder einer tätigen Beteiligung [9]. Produktbedingungen ändern sich; maßgeblich sind die aktuellen Merkblätter. Ergänzend können Landesförderbanken Programme anbieten. Eine Überschlagsrechnung erlaubt der unternehmenskauf finanzierung rechner. Als Rückflusszeit nennt ReiseZukunft üblicherweise drei bis fünf Jahre [10]; planen Sie also vorsichtig mit den Provisionen.
Reisebüro übernehmen, verkaufen oder pachten: Wege für Käufer und Inhaber
Wenn Sie ein Reisebüro übernehmen möchten, sind drei Wege üblich: der Kauf eines bestehenden Büros, der Einstieg über ein Franchisesystem oder die schrittweise Übergabe mit Einarbeitung durch den Inhaber. Eine längere Übergangsphase hilft, Kundenbeziehungen zu sichern.
Inhaber, die ihr Reisebüro verkaufen wollen (Anzeigen lauten oft „Reisebüro: Nachfolger gesucht“), sollten früh Unterlagen ordnen: Provisionsnachweise, Verträge und eine nachvollziehbare Bereinigung des Inhabergehalts. Auf M&A Börse können Sie anonym inserieren und Interessenten erst nach digitaler Vertraulichkeitserklärung ein Exposé freigeben; Sie können auch unternehmen verkaufen oder als Käufer unternehmen kaufen und Suchaufträge nutzen. Ähnliche Betriebe der Branchengruppe sind hotel kaufen, pension kaufen und campingplatz kaufen. Die Plattform vermittelt nur den Kontakt und berät weder rechtlich noch steuerlich.
Kennzahlen, auf die Käufer bei Reisebüro achten
| Kennzahl | Warum sie zählt | Orientierung |
|---|---|---|
| Provisionsumsatz je Veranstalter | Zeigt Abhängigkeiten und die Provisionsstaffel, in der das Büro liegt. | Basissätze etwa 8 bis 10 %, Spitzensätze 13 bis 14 % [3] |
| Anteil Geschäftsreisen | Bestimmt Kundenbindung, Konzentrationsrisiko und Margenstruktur. | Branchenweit 31,9 % der stationären Umsätze [1] |
| Stammkundenanteil | Wiederkehrende Kunden stabilisieren das Ergebnis und sind übertragbar, wenn das Team bleibt. | keine belastbaren Daten |
| Personalkostenquote | Beratung ist personalintensiv; sie entscheidet über das Ergebnis nach Abzug aller Kosten. | keine belastbaren Daten |
| Mietquote | Hohe Mieten in Innenstadtlagen belasten das Ergebnis bei sinkender Laufkundschaft. | keine belastbaren Daten |
| Stornoquote und Provisionsrückbelastungen | Rückforderungen können Ertrag mindern und müssen im Kaufvertrag zugeordnet werden. | keine belastbaren Daten |
| Servicegebühren | Ergänzende Erträge neben der Provision; zeigen die Preissetzungsfähigkeit. | keine belastbaren Daten |
Preisorientierung und Bewertungsansatz
Belastbare Marktdaten zu Kaufpreisen für Reisebüros liegen nicht vor. Eine Einzelquelle (TAA, 2017) nennt als grobe Orientierung das 3,5- bis 5-Fache des EBITDA, 3 bis 7 % des vermittelten Jahresbruttoumsatzes oder 50 bis 70 % der jährlichen Provisionseinnahmen [2]. Der Anbieter empfiehlt für eine verlässliche Bewertung das Ertragswertverfahren mit fachlicher Begleitung [2]. Preistreiber sind Stabilität der Provisionen, Stammkunden, Übertragbarkeit der Agenturverträge, Inhaberabhängigkeit und Mietvertrag.
Für Multiplikatoren in dieser Branche gibt es keine belastbaren öffentlichen Daten. Wir zeigen daher keine Spanne an.
Zahlen mit Quellenangabe in eckigen Klammern; Quellen am Seitenende.
Due-Diligence-Checkliste: Reisebüro
- Provisionsabrechnungen je Veranstalter der letzten drei Jahre
- Agenturverträge mit Veranstaltern auf Übertragbarkeit und Zustimmungspflichten prüfen
- Buchungsbestand und offene Reisen nach Abreisedatum
- Stornoquote und Provisionsrückbelastungen
- Aufteilung Urlaubs- und Geschäftsreisekunden, Konzentration auf Großkunden
- Betriebswirtschaftliche Auswertungen und Jahresabschlüsse mit Inhabergehalt-Bereinigung
- Mietvertrag: Restlaufzeit, Verlängerungsoption, Übertragbarkeit
- Arbeitsverträge, Qualifikationen und Kündigungsfristen des Teams
- Datenschutz: Umgang mit Kundendaten nach DSGVO und Information der Kunden bei Übernahme
- Absicherung bei verbundenen Reiseleistungen und ggf. Reisesicherungsfonds
- Einhaltung der Informationspflichten nach § 651v BGB (Stichproben)
- Zahlungsflüsse: Annahme von Kundenzahlungen, Kassenführung, Abrechnungswege
- Lizenzen und Zugänge zu Buchungssystemen, Franchise- oder Kooperationsvertrag
- Offene Forderungen, Verbindlichkeiten und Garantien
Kaufgesuche in dieser Branche
Noch keine öffentlichen Kaufgesuche. Inhaber können ihr Unternehmen anonym inserieren und werden mit passenden Käufern abgeglichen.
Häufige Fragen
Wie viele Reisebüros gibt es in Deutschland?
Der DRV nennt rund 8.000 stationäre Reisebüros und mehrere tausend mobile Reiseberater [1]. Wie viele davon zur Übergabe anstehen, ist nicht belastbar erfasst.
Wovon lebt ein Reisebüro?
Überwiegend von Provisionen der Veranstalter. Für 2024/25 berichtete die fvw Basissätze von etwa 8 bis 10 % und Spitzensätze von 13 bis 14 % je nach Veranstalter und Umsatz [3].
Was kostet ein Reisebüro?
Dazu gibt es keine belastbaren Daten. Eine Einzelquelle von 2017 nennt als grobe Faustformeln das 3,5- bis 5-Fache des EBITDA oder 50 bis 70 % der Jahresprovision [2]. Verlassen Sie sich nicht darauf, sondern lassen Sie einen Fachmann bewerten.
Brauche ich einen Meisterbrief oder eine Genehmigung?
Eine Meisterpflicht besteht nicht, da es sich um kein Handwerk handelt. Nach dem DIHK-Infoblatt ist eine Gewerbeanmeldung nötig [7]. Klären Sie Einzelheiten mit Ihrer IHK.
Gehen die Veranstalterverträge automatisch auf den Käufer über?
Das lässt sich nicht pauschal sagen. Prüfen Sie jeden Agenturvertrag auf Übertragbarkeit und Zustimmungserfordernisse und holen Sie Zusagen vor dem Kauf ein.
Welche Pflichten hat ein Reisevermittler?
Wie lässt sich der Kauf finanzieren?
Erhält M&A Börse eine Provision?
Nein. Die Plattform stellt nur den Kontakt her. Sie bietet keine Maklertätigkeit und keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung.
Weiterführende Seiten
Weiterführend
Verwandte Branchen
Quellen
- [1] Deutscher Reiseverband (DRV): Reiseveranstalter & Reisebüros (Reisen in Zahlen) (abgerufen 2026-10)
- [2] travel agency accounting GmbH (TAA): Unternehmensbewertung von Reisebüros (abgerufen 2026-10)
- [3] fvw: Veranstalter-Überblick: Provisionen für das Geschäftsjahr 2024/25 (abgerufen 2026-10)
- [4] Gesetze im Internet (BMJ): § 651v BGB Reisevermittlung (abgerufen 2026-10)
- [5] Gesetze im Internet (BMJ): § 651w BGB Vermittlung verbundener Reiseleistungen (abgerufen 2026-10)
- [6] BaFin: Reiseinsolvenzsicherung (abgerufen 2026-10)
- [7] DIHK: Infoblatt Reiserecht: Reisevermittler (abgerufen 2026-10)
- [8] KfW: ERP-Gründerkredit – StartGeld (067) (abgerufen 2026-10)
- [9] KfW: ERP-Förderkredit Gründung und Nachfolge (077) (abgerufen 2026-10)
- [10] ReiseZukunft: Übernahme eines Reisebüros (abgerufen 2026-10)