Asset Deal oder Share Deal?
Bei jedem Unternehmenskauf steht früh die Frage, wie die Transaktion rechtlich aufgebaut wird. Die Wahl zwischen Asset Deal Share Deal entscheidet über Haftung, Steuern, Übertragungsaufwand und den Umgang mit Verträgen und Mitarbeitern. Beim Asset Deal erwirbt der Käufer einzelne Wirtschaftsgüter, beim Share Deal die Anteile an der Gesellschaft. Dieser Ratgeber erklärt beide Wege mit den maßgeblichen Normen, vergleicht Käufer- und Verkäuferinteressen und nennt typische Fallstricke. Er ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.
Stand: Oktober 2026
Zwei Wege zum Unternehmen: der Grundunterschied
Ein Unternehmen kann nicht „als Ganzes“ in einem Schritt übereignet werden. Rechtlich gibt es zwei Konstruktionen, und welche passt, hängt vor allem von der Rechtsform des Verkäufers ab.
- Asset Deal: Der Käufer erwirbt einzelne Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten, zum Beispiel Maschinen, Warenlager, Marken, Kundenbeziehungen und Verträge. Verkäufer bleibt der bisherige Rechtsträger. Das ist der Regelfall bei Einzelunternehmen, weil dort kein Gesellschaftsanteil existiert, den man verkaufen könnte.
- Share Deal: Der Käufer erwirbt Anteile an einer Gesellschaft, etwa Geschäftsanteile einer GmbH. Die Gesellschaft selbst bleibt unverändert; nur ihre Gesellschafter wechseln. Verträge, Genehmigungen, Mitarbeiter und auch Altverbindlichkeiten bleiben bei der Gesellschaft.
Die Begriffe stammen aus der Praxis und sind keine Gesetzesbegriffe. Gesetzlich geregelt sind die einzelnen Bausteine: etwa die notarielle Form bei der Abtretung von GmbH-Geschäftsanteilen [2], die Folgen für Arbeitsverhältnisse [1], die Haftung bei Fortführung [9][10] und die steuerliche Behandlung [3][5][7]. Das folgende Raster gibt den Überblick.
| Kriterium | Asset Deal | Share Deal |
|---|---|---|
| Kaufgegenstand | einzelne Wirtschaftsgüter, Verträge, Mitarbeiter | Anteile an der Gesellschaft |
| Rechtsträger | wechselt (Käufer führt fort) | bleibt unverändert |
| Altverbindlichkeiten | grundsätzlich beim Verkäufer, mit gesetzlichen Ausnahmen [9][10] | bleiben in der Gesellschaft |
| Mitarbeiter | Übergang nach § 613a BGB [1] | Arbeitgeber bleibt unverändert |
| Form | je Gegenstand; notariell bei Grundstücken | bei GmbH-Anteilen notariell [2] |
| Steuerlich für den Käufer | Anschaffungskosten sind abschreibbar [7] | Anteile sind nicht planmäßig abschreibbar |
| Typisch bei | Einzelunternehmen, Personengesellschaften, Teilverkäufen | Kapitalgesellschaften, vollständige Übernahme |
Beide Wege führen wirtschaftlich zum selben Ziel, verteilen aber Risiken und Steuerlasten unterschiedlich. Deshalb lohnt es sich, die Struktur vor der ersten Preisverhandlung zu klären.
Asset Deal Vorteile und Nachteile
Asset Deal Vorteile für den Käufer
- Selektiver Erwerb: Sie übernehmen, was Sie brauchen, und lassen unerwünschte Positionen beim Verkäufer. Das gilt für Vermögen ebenso wie für Verbindlichkeiten, soweit das Gesetz nichts anderes anordnet.
- Abschreibungen: Der über dem Buchwert gezahlte Kaufpreis wird auf die erworbenen Wirtschaftsgüter verteilt und kann abgeschrieben werden. Für einen erworbenen Geschäftswert gilt nach dem Gesetz eine betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von 15 Jahren [7]. Das senkt über die Jahre die Steuerlast und verbessert die Liquidität; Ihre Steuerberatung rechnet das für den Einzelfall durch.
- Geringeres Altlastenrisiko: Unbekannte Verbindlichkeiten der Gesellschaft gehen nicht automatisch mit über. Das ist ein Argument für Käufer, die Altrisiken scheuen, ersetzt aber keine Prüfung.
- Flexible Preisgestaltung: Einzelne Bereiche lassen sich getrennt bewerten, ausgliedern oder später nachkaufen.
Nachteile des Asset Deals
- Aufwand: Jeder Gegenstand muss einzeln übertragen werden. Maßgeblich ist der sachenrechtliche Bestimmtheitsgrundsatz: Was nicht eindeutig bezeichnet ist, geht nicht über. Grundstücke erfordern eine notarielle Beurkundung (§ 311b BGB), Forderungen werden abgetreten, bewegliche Sachen übergeben.
- Zustimmungen Dritter: Laufende Verträge, etwa Mietverträge, Lieferverträge, Leasing oder Lizenzen, gehen nicht von selbst auf den Käufer über. Der Vertragspartner muss der Vertragsübernahme zustimmen; eine Schuldübernahme erfordert die Genehmigung des Gläubigers (§ 415 BGB). Vermieter und Lieferanten gewinnen dadurch Verhandlungsmacht.
- Genehmigungen: Konzessionen, Zulassungen und Versorgungsverträge sind oft personen- oder betriebsbezogen und müssen neu beantragt oder umgeschrieben werden. Wie das in Ihrer Branche läuft, klären Sie vor der Unterschrift mit der zuständigen Behörde.
- Mitarbeiter und Haftung: Es greifen gesetzliche Eintrittspflichten und Haftungsregeln, die sich vertraglich nicht ausschließen lassen (siehe unten).
Wer wegen dieser Nachteile zögert, sollte nicht vorschnell auf den Anteilskauf ausweichen. Er ist bei Einzelunternehmen schlicht nicht möglich, und bei Kapitalgesellschaften bringt er eigene Risiken mit.
Share Deal: Vorteile und Risiken
Vorteile des Anteilskaufs
- Kontinuität: Die Gesellschaft bleibt Vertragspartner. Mietverträge, Kundenverträge, Genehmigungen und Arbeitsverhältnisse laufen weiter, ohne dass jede Gegenpartei einzeln zustimmen müsste. Wo Verträge Change-of-Control-Klauseln enthalten, kann der Wechsel der Gesellschafter dennoch Kündigungs- oder Zustimmungsrechte auslösen; das gehört in die Prüfung.
- Weniger Übertragungsaufwand: Es genügt der Übertrag der Anteile. Bei einer GmbH verlangt das Gesetz dafür einen in notarieller Form geschlossenen Vertrag [2]. Ausführlicher beschreibt das der Ratgeber zum Thema GmbH Anteile kaufen.
- Verkäuferseitig oft attraktiv: Der Verkäufer verkauft nicht seine Einzelwerte, sondern eine Beteiligung. Steuerlich kann das günstiger sein, weil bei Anteilen an Kapitalgesellschaften nur ein Teil des Gewinns der Besteuerung unterliegt (siehe Steuerabschnitt).
Risiken des Anteilskaufs
- Altlasten: Die Gesellschaft haftet weiter für alles, was vor dem Kauf entstanden ist, und Sie als neuer Gesellschafter tragen das wirtschaftlich über den Wert Ihrer Beteiligung. Steuerschulden, Sozialversicherungsnachzahlungen, nicht erkannte Gewährleistungsfälle oder Rechtsstreitigkeiten kommen mit. Eine sorgfältige Due Diligence ist deshalb beim Anteilskauf zentral.
- Kein Abschreibungsvolumen: Was Sie über dem Buchwert für die Anteile zahlen, erhöht die Anschaffungskosten der Beteiligung, nicht die Buchwerte in der Gesellschaft. Eine planmäßige Abschreibung wie beim Asset Deal gibt es dafür nicht. Der Preis wirkt steuerlich erst bei einer späteren Veräußerung.
- Verlustvorträge: Wechseln innerhalb von fünf Jahren mehr als 50 Prozent der Anteile oder Stimmrechte an einen Erwerber, gehen bis dahin nicht genutzte Verluste vollständig unter [11]. Wer eine Gesellschaft wegen ihrer Verlustvorträge kauft, rechnet falsch; die Vorschrift lässt Ausnahmen zu, die im Einzelfall zu prüfen sind.
- Haftungsverteilung im Vertrag: Weil die Altlasten in der Gesellschaft bleiben, übernimmt der Kaufvertrag die Aufgabe, sie zu verteilen: durch Garantien, Freistellungen, Kaufpreiseinbehalte oder Haftungsobergrenzen. Zur Gestaltung siehe den Beitrag zum Unternehmenskaufvertrag.
Mitarbeiter und Haftung: § 613a BGB, § 25 HGB, § 75 AO
Hier unterscheiden sich die Strukturen am deutlichsten.
Arbeitsverhältnisse
Geht ein Betrieb oder Betriebsteil durch Rechtsgeschäft auf einen anderen Inhaber über, tritt dieser in die Rechte und Pflichten aus den bestehenden Arbeitsverhältnissen ein [1]. Das trifft den Asset Deal, sofern das Erworbene einen Betrieb oder Betriebsteil bildet. Kündigungen allein wegen des Übergangs sind unwirksam [1]. Die betroffenen Beschäftigten sind vor dem Übergang in Textform zu unterrichten, und sie können dem Übergang innerhalb eines Monats nach Zugang der Unterrichtung schriftlich widersprechen [1]. Der bisherige Arbeitgeber haftet neben dem neuen Inhaber für Verpflichtungen, die vor dem Übergang entstanden sind und innerhalb eines Jahres danach fällig werden, als Gesamtschuldner [1]. Details erläutert der Ratgeber zum Betriebsübergang 613a.
Beim Share Deal bleibt die Gesellschaft Arbeitgeber, der Inhaberwechsel auf Gesellschafterebene berührt die Arbeitsverträge nicht. Ein Widerspruchsrecht der Beschäftigten entsteht dadurch nicht.
Haftung des Erwerbers im Asset Deal
Auch ohne Anteilskauf ist der Erwerber nicht vollständig vor Altverbindlichkeiten geschützt. Zwei gesetzliche Haftungsregeln sollten Sie kennen:
- § 25 HGB: Wer ein unter Lebenden erworbenes Handelsgeschäft unter der bisherigen Firma fortführt, haftet für alle im Betrieb begründeten Verbindlichkeiten des früheren Inhabers [9]. Wird die Firma nicht fortgeführt, haftet der Erwerber nur bei einem besonderen Verpflichtungsgrund, etwa einer bekanntgemachten Schuldübernahme [9]. Eine abweichende Vereinbarung wirkt gegenüber Dritten nur, wenn sie ins Handelsregister eingetragen und bekanntgemacht oder dem Dritten mitgeteilt wurde [9].
- § 75 AO: Wird ein Unternehmen oder ein gesondert geführter Betrieb im Ganzen übereignet, haftet der Erwerber für betriebsbezogene Steuern und Steuerabzugsbeträge, die seit Beginn des letzten vor der Übereignung liegenden Kalenderjahrs entstanden sind und bis zum Ablauf eines Jahres nach Anmeldung des Betriebs festgesetzt oder angemeldet werden. Die Haftung ist auf das übernommene Vermögen beschränkt [10]. Sie gilt nicht für Erwerbe aus der Insolvenzmasse [10].
Der Asset Deal schützt Käufer vor Altlasten also nur eingeschränkt. Das Risiko lässt sich durch Garantien, Freistellungen und Kaufpreissicherungen im Vertrag zusätzlich begrenzen. Dazu zählen Unbedenklichkeitsbescheinigungen von Finanzamt und Sozialversicherungsträgern, soweit die Beteiligten sie erhalten.
Steuern: Verkäufer- und Käufersicht
Dieser Abschnitt skizziert die gesetzliche Systematik. Ob und wie sie in Ihrem Fall greift, hängt von Rechtsform, Beteiligungsquote, Haltedauer und Ihrer persönlichen Lage ab. Die Plattform gibt keine Steuerberatung; bitte lassen Sie die Struktur von einer Steuerberatung rechnen. Einen Überblick über den Verkauf gibt der Beitrag zu Steuern Unternehmensverkauf.
Verkäufer
Der Gewinn aus der Veräußerung eines ganzen Gewerbebetriebs oder Teilbetriebs gehört zu den Einkünften aus Gewerbebetrieb [3]. Als Teilbetrieb gilt auch eine das gesamte Nennkapital umfassende Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft [3]. Wer das 55. Lebensjahr vollendet hat oder dauernd berufsunfähig ist, erhält auf Antrag einen einmaligen Freibetrag von 45.000 Euro; er ermäßigt sich um den Betrag, um den der Gewinn 136.000 Euro übersteigt [3]. Bei einem Gewinn ab 181.000 Euro entfällt er damit vollständig [3].
Unter denselben persönlichen Voraussetzungen kann der Gewinn nach § 34 Abs. 3 EStG auf Antrag ermäßigt besteuert werden: Der Satz beträgt 56 Prozent des durchschnittlichen Steuersatzes, mindestens aber 14 Prozent, gilt für außerordentliche Einkünfte bis 5 Millionen Euro und kann nur einmal im Leben genutzt werden [4].
Beim Verkauf von Anteilen an Kapitalgesellschaften gehört der Gewinn bei einer Beteiligung von mindestens 1 Prozent innerhalb der letzten fünf Jahre ebenfalls zu den gewerblichen Einkünften [5]. Außerdem sind bei der Veräußerung von Anteilen an Körperschaften 40 Prozent der Betriebsvermögensmehrungen oder Einnahmen steuerfrei (Teileinkünfteverfahren, § 3 Nr. 40 EStG) [6]. Das ist ein Grund, warum Verkäufer von Kapitalgesellschaften den Share Deal häufig bevorzugen. Welche Vorschrift im Einzelfall einschlägig ist, hängt davon ab, ob die Anteile im Betriebs- oder Privatvermögen gehalten werden.
Käufer
Beim Asset Deal werden die Anschaffungskosten auf die erworbenen Wirtschaftsgüter verteilt; der Geschäftswert wird über 15 Jahre abgeschrieben [7]. Beim Share Deal gibt es diese Aufstockung in der Gesellschaft nicht. Für Käufer, die den Kaufpreis über Kredit finanzieren, ist der Abschreibungseffekt eine wichtige Größe der Renditerechnung; wie hoch der Kaufpreis überhaupt anzusetzen ist, zeigt der Beitrag zur Unternehmensbewertung.
Grunderwerbsteuer
Gehört gesellschaftseigener Grundbesitz zum Unternehmen, unterscheiden sich die Strukturen auch hier. Beim Asset Deal unterliegt der Erwerb des Grundstücks der Grunderwerbsteuer. Beim Share Deal löst das Gesetz sie auch ohne Grundstücksübertragung aus, wenn zum Vermögen einer Gesellschaft ein inländisches Grundstück gehört und mindestens 90 Prozent der Anteile in einer Hand vereinigt werden [8]. Bei Kapitalgesellschaften wird ein Gesellschafterwechsel von mindestens 90 Prozent der Anteile innerhalb von zehn Jahren wie ein Grundstückserwerb behandelt [8]. Die Höhe des Steuersatzes legen die Länder fest. Ein Share Deal ist daher nicht automatisch frei von Grunderwerbsteuer.
Finanzierung und Förderung
Der Kaufpreis eines Unternehmens wird selten allein aus Eigenmitteln gezahlt. Die Struktur wirkt sich auf die Finanzierung aus: Banken beurteilen beim Asset Deal die erworbenen Sicherheiten, beim Share Deal die Ertragskraft der Gesellschaft und die Haftungsrisiken. Zur Struktur der Fremdfinanzierung siehe Unternehmenskauf finanzieren, zu öffentlichen Programmen Förderung Unternehmensnachfolge.
Der ERP-Förderkredit Gründung und Nachfolge (077) der KfW unterstützt nach der Produktbeschreibung sowohl den Erwerb von Vermögenswerten aus anderen Unternehmen als auch die Übernahme eines gewerblichen Unternehmens oder einer tätigen Beteiligung [12]. Die Struktur Asset Deal oder Share Deal schließt eine Förderung also nicht aus. Der Höchstbetrag liegt laut KfW bei 500.000 Euro je Antragsteller, beantragt wird über einen Finanzierungspartner wie Bank, Sparkasse oder Genossenschaftsbank, nicht direkt bei der KfW [12]. Antragsteller müssen an der Geschäftsführung beteiligt sein oder diese übernehmen [12]. Produktbedingungen ändern sich; prüfen Sie den aktuellen Stand vor der Antragstellung. Eine erste Einschätzung der Rate liefert der Rechner zum Thema Unternehmenskauf Finanzierung Rechner.
Welche Struktur passt zu welcher Situation?
Eine allgemeine Regel gibt es nicht, aber typische Konstellationen:
- Einzelunternehmen, Freiberufler-Praxis, Personengesellschaft: Meist bleibt nur der Asset Deal beziehungsweise der Verkauf der Beteiligung. Mitarbeiter und Verträge müssen einzeln überführt werden.
- GmbH mit stabilen Verträgen und vielen Genehmigungen: Der Share Deal vermeidet viele Einzelzustimmungen, verlangt aber eine gründliche Prüfung und einen robusten Vertrag. Zu den Risiken bei Kapitalgesellschaften lesen Sie GmbH kaufen Risiken.
- Kauf eines Teilbereichs oder einer Filiale: Das ist praktisch immer ein Asset Deal; eine Abspaltung kann als Alternative geprüft werden.
- Grundbesitz im Unternehmen: Die Grunderwerbsteuer kann die Rechnung bestimmen. Rechnen Sie beide Wege durch.
- Handwerk und Gastronomie: Persönliche Voraussetzungen wie die Eintragung in die Handwerksrolle oder eine Gaststättenerlaubnis lassen sich nicht über die Deal-Struktur umgehen. In der Praxis sind Betriebe wie Elektrobetrieb kaufen, Restaurant kaufen oder Spedition kaufen oft Einzelunternehmen oder GmbHs mit zahlreichen Dauerschuldverhältnissen; dort entscheidet die Vertragslage mit.
Oft ist die Struktur Verhandlungssache: Verkäufer wünschen den Share Deal wegen der Steuerwirkung, Käufer den Asset Deal wegen Abschreibung und Haftung. Eine Kompromisslösung kann in Preisabschlägen, Garantien oder Kaufpreiseinbehalten liegen.
Vorgehen in der Praxis
- Rechtsform klären: Ist der Verkäufer ein Einzelunternehmer, eine Personen- oder eine Kapitalgesellschaft? Davon hängt ab, ob ein Share Deal überhaupt möglich ist.
- Vertraulichkeit sichern: Bevor Zahlen fließen, unterschreiben beide Seiten eine Geheimhaltungsvereinbarung. Auf der Plattform gibt es dafür eine digitale Vereinbarung und Vorlagen für NDA und Absichtserklärung.
- Prüfen: Finanzen, Verträge, Steuern, Personal, Genehmigungen, Immobilien. Das Ergebnis bestimmt, welche Struktur und welche Garantien sinnvoll sind. Den Gesamtablauf beschreibt der Beitrag Unternehmen kaufen Ablauf.
- Beide Strukturen rechnen lassen: Steuerberatung und Rechtsberatung vergleichen Steuerlast, Haftung und Aufwand.
- Beurkunden und vollziehen: Je nach Struktur Notartermin, Gesellschafterliste, Übergabe, Vertragsübernahmen, Information der Beschäftigten.
Als Marktplatz vermittelt M&A Börse nur den Kontakt zwischen Verkäufern und Käufern: Wer ein Unternehmen abgeben möchte, kann unternehmen verkaufen und ein anonymes Inserat schalten; Interessenten sehen das Exposé erst nach digitaler Geheimhaltungsvereinbarung. Wer ein Unternehmen suchen will, kann unternehmen kaufen und Kaufgesuche einstellen oder Benachrichtigungen einrichten. Die Plattform bietet keine Vermittlung gegen Provision und keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung. Ein erstes Preisgefühl liefert der Rechner zum Thema Unternehmenswert berechnen (Indikation, keine Bewertung). Geeignete Fachleute finden Sie im Beraterverzeichnis der Plattform.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Asset Deal und Share Deal?
Beim Asset Deal erwirbt der Käufer einzelne Wirtschaftsgüter, Verträge und gegebenenfalls Mitarbeiter eines Unternehmens. Beim Share Deal erwirbt er Anteile an der Gesellschaft, die dadurch unverändert Eigentümerin ihres Vermögens und Vertragspartnerin bleibt.
Welche Asset Deal Vorteile hat der Käufer?
Der Käufer kann gezielt auswählen, was er übernimmt, und den Kaufpreis auf die erworbenen Wirtschaftsgüter verteilen. Auf einen erworbenen Geschäftswert kann er über 15 Jahre abschreiben [7]. Altlasten gehen nicht automatisch über, es bleiben aber gesetzliche Haftungsregeln wie § 25 HGB [9] und § 75 AO [10].
Geht beim Asset Deal das Personal automatisch über?
Ja, wenn ein Betrieb oder Betriebsteil übergeht. Der Erwerber tritt nach § 613a BGB in die bestehenden Arbeitsverhältnisse ein; die Beschäftigten sind zu unterrichten und können innerhalb eines Monats nach Zugang der Unterrichtung widersprechen [1].
Braucht ein Share Deal immer einen Notar?
Bei GmbH-Geschäftsanteilen ja: Die Abtretung erfordert einen in notarieller Form geschlossenen Vertrag, ebenso die Verpflichtung zur Abtretung [2]. Für andere Rechtsformen gelten andere Regeln, die Sie rechtlich prüfen lassen sollten.
Haftet der Käufer beim Asset Deal für Schulden des Verkäufers?
Fällt beim Share Deal Grunderwerbsteuer an?
Das kann sein. Gehört der Gesellschaft ein inländisches Grundstück, kann die Vereinigung von mindestens 90 Prozent der Anteile oder ein Gesellschafterwechsel in dieser Größenordnung Grunderwerbsteuer auslösen [8]. Die Details hängen von Rechtsform und Gestaltung ab.
Wird ein Share Deal auch von der KfW gefördert?
Kann ich bei einem Verkauf von Anteilen steuerlich profitieren?
Welche Struktur ist für ein kleines Unternehmen üblich?
Bei Einzelunternehmen ist der Asset Deal die einzige Möglichkeit, weil es keine Anteile gibt. Bei kleinen GmbHs sind beide Wege denkbar; die Wahl hängt von Verträgen, Genehmigungen, Haftungsrisiken und der steuerlichen Lage ab.
Weiterführende Seiten
Weiterführend
Quellen
- [1] Bundesministerium der Justiz / juris: § 613a BGB – Rechte und Pflichten bei Betriebsübergang (abgerufen 2026-10)
- [2] Bundesministerium der Justiz / juris: § 15 GmbHG – Übertragung von Geschäftsanteilen (abgerufen 2026-10)
- [3] Bundesministerium der Justiz / juris: § 16 EStG – Veräußerung des Betriebs (abgerufen 2026-10)
- [4] Bundesministerium der Justiz / juris: § 34 EStG – Außerordentliche Einkünfte (abgerufen 2026-10)
- [5] Bundesministerium der Justiz / juris: § 17 EStG – Veräußerung von Anteilen an Kapitalgesellschaften (abgerufen 2026-10)
- [6] Bundesministerium der Justiz / juris: § 3 EStG – Steuerfreie Einnahmen (Nr. 40, Teileinkünfteverfahren) (abgerufen 2026-10)
- [7] Bundesministerium der Justiz / juris: § 7 EStG – Absetzung für Abnutzung oder Substanzverringerung (abgerufen 2026-10)
- [8] Bundesministerium der Justiz / juris: § 1 GrEStG – Erwerbsvorgänge (abgerufen 2026-10)
- [9] Bundesministerium der Justiz / juris: § 25 HGB – Haftung bei Firmenfortführung (abgerufen 2026-10)
- [10] Bundesministerium der Justiz / juris: § 75 AO – Haftung des Betriebsübernehmers (abgerufen 2026-10)
- [11] Bundesministerium der Justiz / juris: § 8c KStG – Verlustabzug bei Körperschaften (abgerufen 2026-10)
- [12] KfW: ERP-Förderkredit Gründung und Nachfolge (077) (abgerufen 2026-10)