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M&A Börse

Gastronomie: Betriebe kaufen & übernehmen

Wer Gastronomie kaufen möchte, übernimmt keinen Gegenstand, sondern eine Kombination aus Standort, Mietvertrag, Team, Genehmigungen und Stammgästen. Das Gastgewerbe steht unter Kostendruck, zugleich suchen viele Inhaber einen Nachfolger. Diese Übersicht ordnet die Lage ein, erklärt, worauf sich Käufer und Verkäufer vorbereiten sollten, und führt zu den Einzelseiten für die verschiedenen Betriebsformen. Die M&A Börse stellt nur den Kontakt her: Sie vermittelt nicht, erhebt keine Provision und gibt keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung.

Stand: Oktober 2026

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Viele Übergaben laufen diskret. Legen Sie ein anonymes Kaufgesuch an – Verkäufer und Berater können Sie dann direkt über die Plattform kontaktieren.

Marktlage im Gastgewerbe: Druck auf Erträge, Nachfrage nach Betrieben

Die Gastronomie ist ein kleinteiliger Markt aus Einzelbetrieben, Familienunternehmen und Filialisten. Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamts sank der Umsatz der Gastronomie 2025 real um 2,2 %, während er nominal um 1,8 % stieg [1]. Die Preise legten also stärker zu als die Menge der verkauften Leistungen. Nach Angaben des DEHOGA liegt der reale Branchenumsatz weiterhin 14,8 % unter dem Vorkrisenjahr 2019, und die Zahl der umsatzsteuerpflichtigen Betriebe ist seitdem um rund neun Prozent gesunken [2].

Für Käufer bedeutet das zweierlei. Erstens gibt es Betriebe, die aus Altersgründen, wegen Personalmangels oder wegen gestiegener Kosten abgegeben werden. Zweitens müssen Sie Umsatzentwicklung und Ertragskraft der letzten Jahre besonders genau prüfen, denn Durchschnittswerte der Branche sagen wenig über einen einzelnen Betrieb. Belastbare, öffentlich zugängliche Kaufpreisspannen für die Gastronomie insgesamt liegen nicht vor; dazu mehr im Abschnitt zur Bewertung.

Welche Betriebsformen es gibt und wo Sie weiterlesen

Gastronomie ist ein Oberbegriff. Je nach Konzept unterscheiden sich Investitionsbedarf, Personalbedarf, Öffnungszeiten und Genehmigungen deutlich. Die folgenden Seiten behandeln die einzelnen Formen im Detail:

Allgemeine Hinweise zum Ablauf eines Unternehmenskaufs finden Sie auf der Startseite unter Unternehmen kaufen.

Worauf Käufer bei jedem Gastronomiebetrieb achten

Unabhängig von der Betriebsform lohnt ein einheitlicher Prüfraster. Wer einen Gastronomiebetrieb kaufen will, sollte mindestens folgende Punkte klären:

  • Mietvertrag: Restlaufzeit, Verlängerungsoption, Indexklauseln und die Zustimmung des Vermieters zum Betreiberwechsel. Ohne tragfähigen Mietvertrag ist der Betrieb kaum etwas wert.
  • Ertragslage: Entwicklung von Umsatz, Wareneinsatz, Personalkosten und Miete über mehrere Jahre, getrennt nach Speisen und Getränken.
  • Personal: Wer bleibt nach der Übergabe? Schlüsselpersonen wie Küchenleitung oder Betriebsleitung sind oft wichtiger als das Inventar.
  • Inventar und Technik: Eigentumsverhältnisse (gekauft, geleast, vom Brauer gestellt), Zustand von Küche, Lüftung und Kasse.
  • Bindungen: Getränkebezugsverträge, Darlehen von Brauereien oder Lieferanten und Musiknutzung.

Steuerliche Rahmenbedingung seit 2026

Seit dem 1. Januar 2026 gilt für Speisen in der Gastronomie ein Umsatzsteuersatz von 7 %, für Getränke weiterhin 19 % [4]. Bei Kombiangeboten ist der Preis aufzuteilen; die Finanzverwaltung akzeptiert für pauschale Angebote einen Getränkeanteil von 30 % [4]. Betriebe mit hohem Speisenanteil profitieren davon eher als reine Getränkebetriebe. Vergleichen Sie Zahlen vor und nach der Umstellung deshalb nur mit Vorsicht und lassen Sie sich steuerlich beraten.

Preistreiber und Bewertung

Für die Gastronomie insgesamt gibt es keine belastbaren Daten zu Kaufpreismultiplikatoren, die wir hier veröffentlichen könnten. In der Praxis hängt der Preis vor allem von folgenden Faktoren ab:

  • nachhaltig erzieltem Ertrag nach marktüblichem Unternehmerlohn,
  • Lage, Laufzeit und Höhe der Miete,
  • Abhängigkeit von einzelnen Personen, etwa dem Inhaber oder dem Koch,
  • Zustand und Eigentum des Inventars,
  • Konzession, Außenfläche und Öffnungszeiten.

Üblich ist ein Kaufpreis, der sich aus dem Wert des Inventars und einem Aufschlag für den Ertrag zusammensetzt. Wie Sie den Unternehmenswert berechnen, zeigt der Rechner der Plattform; das Ergebnis ist eine Indikation, keine Bewertung. Grundlagen der Methoden erklärt der Ratgeber zur Unternehmensbewertung.

Erlaubnisse und Recht beim Betreiberwechsel

Das Gaststättenrecht ist seit der Föderalismusreform weitgehend Ländersache. Die Regeln unterscheiden sich daher je nach Bundesland, und in einigen Ländern gilt das frühere Bundesgesetz weiter. Klären Sie deshalb vor dem Kauf bei der zuständigen Behörde oder Ihrer IHK, was an Ihrem Standort gilt.

Wo eine Gaststättenerlaubnis verlangt wird, ist sie personen-, raum- und betriebsbezogen. Bei einem Betreiberwechsel muss der neue Betreiber sie in der Regel neu beantragen [5][6]. Voraussetzungen sind typischerweise persönliche Zuverlässigkeit, geeignete Räume und die Teilnahme an einer IHK-Unterrichtung zu lebensmittelrechtlichen Vorschriften [5][6]. Wird nur Speise und nicht alkoholisches Getränk verabreicht, entfällt die Erlaubnispflicht in der Regel [5]. Daneben sind Gewerbeanmeldung, Lebensmittelhygiene und die Belehrung nach § 43 Infektionsschutzgesetz für das Personal relevant [7].

Der Übergang von Arbeitsverhältnissen richtet sich nach § 613a BGB. Das ist ein Punkt für die anwaltliche Prüfung; die M&A Börse berät dazu nicht.

Zahlen und Verträge vor dem Kauf prüfen

Fordern Sie nach Unterzeichnung einer Geheimhaltungsvereinbarung die Auswertungen der letzten drei Jahre, Kassenberichte, Mietvertrag, Personalliste, Inventarliste und alle Genehmigungen an. Bei Kassendaten und Warenwirtschaft lohnt es sich, Stichproben mit den Jahresabschlüssen abzugleichen. Eine Vorlage zur Geheimhaltungsvereinbarung Unternehmensverkauf Muster finden Sie unter den Werkzeugen der Plattform; lassen Sie sie rechtlich prüfen. Die branchenspezifischen Prüfpunkte stehen auf den Seiten der einzelnen Betriebsformen.

Finanzierung der Übernahme

Für die Finanzierung einer Übernahme kommen Hausbank-Darlehen, Förderkredite und Eigenkapital in Frage. Der ERP-Förderkredit KMU der KfW kann auch Betriebsübernahmen und Nachfolgen finanzieren; er ist bis zu 25 Mio. € möglich, mit Laufzeiten bis zu 20 Jahren und bis zu drei tilgungsfreien Anlaufjahren [3]. Die KfW übernimmt bei Antragstellern mit zwei vollständigen Geschäftsjahren 50 % des Kreditrisikos; der Antrag läuft über die Hausbank [3]. Ob ein Förderprogramm im Einzelfall passt, klärt die Bank. Die aktuellen Produktnamen und Bedingungen prüfen Sie direkt bei der KfW. Einen Überblick über weitere Programme gibt der Ratgeber zur Förderung Unternehmensnachfolge; die Belastung durch Kauf und Zins schätzen Sie mit dem Tool Unternehmenskauf Finanzierung Rechner ab.

Kaufen, pachten oder übernehmen: Optionen für Käufer und Verkäufer

Wer Gastronomie übernehmen will, hat mehrere Wege: den Kauf des Unternehmens oder der Anteile, die Übernahme von Inventar und Betrieb gegen eine einmalige Zahlung oder die Pacht. Wer Gastronomie pachten möchte, bindet weniger Kapital, zahlt aber laufend Pacht und trägt häufig Investitionen in fremde Räume. Eine Gegenüberstellung bietet der Beitrag Gastronomie pachten oder kaufen; Erfahrungen und Chancen schildert Gastronomie übernehmen lohnt sich.

Häufig wird eine sogenannte Gastro-Ablöse vereinbart: Der neue Betreiber zahlt dem bisherigen Betreiber einen Betrag für Einrichtung, Inventar und Konzept. Sie ist keine feste Rechengröße. Halten Sie genau fest, welche Gegenstände enthalten sind, wem sie gehören und ob der Vermieter dem Betreiberwechsel zustimmt, sonst droht eine Zahlung ohne Gegenleistung.

Für Verkäufer: Wer Gastronomie zu verkaufen hat, sollte Zahlen aufbereiten, den Mietvertrag klären und Mitarbeiter früh einbinden. Auf der M&A Börse können Sie anonym inserieren; ein Exposé erhalten Interessenten erst nach digitaler Geheimhaltungsvereinbarung. Das Inserieren starten Sie unter Unternehmen verkaufen. Steht bei einer Anzeige "Gastronomie Nachfolger gesucht", ist das für Käufer besonders interessant, wenn die Übergabe geordnet über mehrere Monate läuft.

Für Käufer: Nutzen Sie die Benachrichtigungen, um neue Inserate zu verfolgen, oder stellen Sie ein Gesuch unter Firma zu kaufen gesucht ein. Unterstützung finden Sie im Beraterverzeichnis unter Nachfolgeberater.

Häufige Fragen

Wie läuft der Kauf eines Betriebs in der Gastronomie grundsätzlich ab?

Typisch sind Kontaktaufnahme, Geheimhaltungsvereinbarung, Einsicht in Zahlen und Verträge, Verhandlung, Absichtserklärung, Prüfung und Vertragsschluss. Die Zustimmung des Vermieters und gegebenenfalls eine neue Erlaubnis gehören zu den kritischen Punkten. Rechtliche und steuerliche Fragen klären Sie mit Beratern.

Gibt es feste Kaufpreise oder Multiplikatoren für Gastronomiebetriebe?

Keine belastbaren Daten. Preise entstehen aus Ertrag, Mietvertrag, Inventar und Verhandlung. Wir nennen deshalb keine Spannen.

Brauche ich eine Erlaubnis, um einen Betrieb zu übernehmen?

Das hängt vom Bundesland und vom Angebot ab. Wo eine Gaststättenerlaubnis gilt, ist sie personenbezogen und muss bei Betreiberwechsel meist neu beantragt werden [5][6]. Fragen Sie vorab Ihre IHK oder die zuständige Behörde.

Wie hat sich der Umsatz in der Gastronomie zuletzt entwickelt?

2025 sank der Umsatz der Gastronomie real um 2,2 % und stieg nominal um 1,8 % [1]. Der reale Branchenumsatz lag laut DEHOGA weiter 14,8 % unter 2019 [2].

Was bedeutet die Umsatzsteuer von 7 % auf Speisen für Käufer?

Seit dem 1. Januar 2026 gilt 7 % auf Speisen und 19 % auf Getränke [4]. Prüfen Sie, wie sich der Speisen- und Getränkeanteil des Betriebs auf Ertrag und Preisgestaltung auswirkt.

Kann ich Gastronomiebetriebe über die KfW finanzieren?

Der ERP-Förderkredit KMU kann Übernahmen und Nachfolgen finanzieren; der Antrag läuft über die Hausbank [3]. Ob Sie die Bedingungen erfüllen, klärt die Bank.

Was kostet das Inserieren oder Suchen auf der M&A Börse?

Die Plattform stellt Kontakt her und erhebt keine Provision. Das Basis-Inserat ist 90 Tage kostenlos. Sie vermittelt nicht und berät nicht rechtlich, steuerlich oder zur Geldanlage.

Weiterführende Seiten

Quellen

  1. [1] Statistisches Bundesamt (Destatis): Gastgewerbeumsatz 2025 real 2,1 % niedriger als im Vorjahr (abgerufen 2026-10)
  2. [2] DEHOGA Bundesverband: DEHOGA-Zahlenspiegel IV/2025 (abgerufen 2026-10)
  3. [3] KfW: ERP-Förderkredit KMU (365, 366) (abgerufen 2026-10)
  4. [4] DIHK: Ermäßigter Mehrwertsteuersatz für Gastronomie (abgerufen 2026-10)
  5. [5] IHK Nord Westfalen: Gaststättenrecht (abgerufen 2026-10)
  6. [6] IHK Bonn/Rhein-Sieg: Merkblatt für die Eröffnung oder Übernahme eines Gaststättengewerbes (abgerufen 2026-10)
  7. [7] Bundesministerium der Justiz: § 43 Infektionsschutzgesetz (IfSG) (abgerufen 2026-10)